Abschied von Bernd Aretz

19.12.2018 | 
Björn Beck |

Nach seinem Tod am 23. Oktober 2018 wurde Bernd Aretz am 15. Dezember auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beigesetzt. Auf diesem historischen Friedhof mit vielen kulturhistorisch bedeutenden Gräbern, hat Bernd nun die „post-mortem-WG“ bezogen und befindet sich in allerbester Gesellschaft: Der Mitbegründer der Strukturellen Prävention und Vorstandskollege von Bernd bei der Deutschen Aidshilfe, Dr. Hans Peter Hauschild, liegt dort ebenso begraben, wie die Gebrüder Grimm.

Für den Vorstand der Deutschen Aidshilfe hielt Björn Beck eine kurze Rede, die Trauerrede hielt Professor Dr. Martin Dannecker, enger Freund und Wegbegleiter von Bernd Aretz. Beide Reden im Wortlaut:

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Wie Geht´s Euch? Online-Umfrage zum Wohlbefinden von LSBTIQ*

06.12.2018 | 
Björn Beck |

Die Professur für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences führt unter dem Motto „Wie geht´s Euch?“ in Kooperation mit verschiedenen Organisationen (u. a. Deutsche AIDS-Hilfe, HESSEN IST GEIL!, Schwulenberatung Berlin und Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurt) derzeit ein Forschungsprojekt zur körperlichen und seelischen Gesundheit von LSBTIQ* durch.

In diesem Rahmen ist u. a. eine Online-Umfrage freigeschaltet. Mithilfe der Angaben in dieser Online-Umfrage  möchten wir eine Grundlage für die Optimierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für LSBTIQ* schaffen und politische Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lebenssituation von LSBTIQ* liefern (z. B. im Hinblick auf mögliche Diskriminierungserfahrungen).

Macht mit bei einer Befragung von LSBTIQ* zu ihrem Wohlbefinden. Gefragt sind alle, die sich selbst als nicht-heterosexuell (lesbisch, schwul, bisexuell, queer, etc.) und/oder nicht cis-geschlechtlich (trans*, inter*, genderqueer, etc.) definieren. Die Befragung dauert 20-30 Minuten, ist vollständig anonym und geht um Themen wie körperliche Beschwerden, psychische Belastungen, Substanzkonsum, Diskriminierungserfahrungen und soziale Ressourcen.

www.frankfurt-university.de/Wohlbefinden-LSBTIQ

Mit den Ergebnissen sollen Beratungs- und Unterstützungsangebote für LSBTIQ* ausgebaut und weiter verbessert werden. Dafür ist Eure Unterstützung notwendig!

Selbstverständlich ist die Umfrage vollständig anonym, d. h. die Umfrage läuft über einen geschützten Server der Frankfurt University of Applied Sciences und es werden weder IP-Adressen gespeichert noch Cookies verwendet.

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n = n. Die Gleichung geht auf und sie erleichtert.

04.12.2018 | 
Björn Beck |
Vielleicht bist Du im Netz schon mal über eine dieser Formeln gestossen, n = n, u = u, oder als Hashtag #UequalsU taucht im Netz immer mal wieder auf und steht für „undetectable = untransmittable“ also „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ – da sind wir dann auch schon beim „n = n“. Es steckt also keine Mathematik dahinter, sondern „nur“ Logik. Das ganze bezieht sich auf HIV und die Tatsache, dass Positive, die unter Therapie sind auch beim Sex ohne Kondom das Virus nicht weitergeben können. Wo nichts mehr zu finden ist, kann auch keine Übertragung stattfinden, könnte man auch sagen. Die Nachweisgrenze, die Studien zugrunde legen, liegt bei 200, auch wenn die Nachweisgrenze dank moderner Geräte bei 20-50 Viren liegt. 
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Niemand spricht gern darüber, aber es würde helfen: Geschlechtskrankheiten

26.11.2018 | 
Björn Beck |

Ja, es ist nicht nur unangenehm, wenn man sich was eingefangen hat und noch unangenehmer, wenn man dann darüber sprechen soll. Dabei hilft es die Weitergabe wenigstens zu reduzieren, wenn man die Menschen informiert, mit denen man im entsprechenden Zeitraum Sex hatte. Niemand erwartet Freudensprünge auf die Information, dass man sich vielleicht doch mal Blut abnehmen lassen, oder einen Watteträger zum Abstrich einführen lassen sollte. Aber so kann man tatsächlich Infektionsketten unterbrechen. Wer seine Sexpartner informiert, sollte keinen Spot bekommen, sondern Vertrauen. Denn so sieht ein verantwortlicher Umgang mit Sex und Partnern aus.

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Ein Hoch auf Dich! – Zum Tode von Bernd Aretz

01.11.2018 | 
Björn Beck |

Wie schreibt man einen Nachruf auf einen Mann, für den nun viele Nachrufe geschrieben werden? Nachrufe, die von Menschen geschrieben werden, die ihm im Wirken viel näher und ebenbürtiger waren. Menschen, die sein Wirken viel besser beschreiben können, weil sie ihn viel länger kannten?

Bernd Aretz, Rechtsanwalt, Notar, Schwulen- und Aids-Aktivist, Autor, Kunstschaffender, Intellektueller, bürgerlich autonome Tunte, Lederkerl, Hundeliebhaber, Apfelweinkenner, Vorstand und schließlich Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe.

„Die Lebensreise, als organisierte Reise, oder als sinnvolle Reise, ist nur von hinten aus so zu betrachten“, sagte Roger Willemsen einmal. „Man könnte jedes Leben, komplett, auf völlig unterschiedliche Weisen erzählen.“

Also erzähle ich hier (m)eine Geschichte mit Bernd.

Bernd und mich verbinden einige Dinge, aber der offensichtliche rote Faden war sicherlich die Vorliebe für guten Apfelwein. Fast immer, wenn wir uns sahen, war Apfelwein im Spiel. Bernd gehörte noch zu den Menschen, die ihren persönlichen Schobbedeckel immer dabei hatten. Dass Bernd eine ganze Sammlung davon hatte, erfuhr ich erst später, als er sie mir vererbte.

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