Kampagne zur Begleitung der Landtagswahl: LGBT* – Life gets better together

19.07.2018 | 
Björn Beck |

Zum CSD Frankfurt stellt HESSEN IST GEIL! die eine Begleitkampagne zur Landtagswahl in Hessen vor. Unter dem Motto „LGBT* – Life gets better together“ kommen Menschen aus der LBGT*IQ-Community mit Appellen an die Community, die Gesellschaft und die Politik zu Wort.

Foto: Michael Spengler

Inspiriert wurde die Kampagne von „Travestie für Deutschland“ und der Koordinator von HESSEN IST GEIL! Björn Beck sagte dem GAB-Magazin dazu: „Gut gefallen hat uns die Aktion „Travestie für Deutschland“ zur letzten Bundestagswahl, wo Polit-Tunten auf Plakaten Statements gegen den Rechtsruck gebracht haben. Wir fanden das eine spannende Idee, dass Leute aus der Community ein Statement für Vielfalt, Akzeptanz und Solidarität in der Gesellschaft abgeben. Und wir wollen zeigen, warum es sich lohnt, solidarisch zu sein. So entstand der Slogan „LGBT* – Life gets better together“.“

„Uns war wichtig, ein authentisches Bild der Community zu zeigen und dass die Menschen ihre Erfahrungen erzählen. Beim diesjährigen IDAHOBIT haben wir Leute angesprochen und gecastet, und das hat regen Anklang gefunden. Ein paar bekannte Gesichter sind dabei, Bernd Aretz zum Beispiel, Jannis von den Rainbow Refugees Frankfurt, HaLu Landvogt vom Lauf für mehr Zeit oder auch das Plusize-Model Claus Fleissner,“ berichtet Björn zum Hintergrund der Kampagne

Die Kampagne wird landesweit zu sehen sein, auf Plakaten und Postkarten – und natürlich auf den einschlägigen Portalen der Community.

Entworfen und umgesetzt wurde die Kampagne gemeinsam mit der Agentur 100 Grad in Frankfurt und dem Fotografen Michael Spengler, die uns mit ihrem tollen Engagement dieses Projekt erst ermöglicht haben. Wir bedanken uns bei diesem großartigen Team der Agentur für die geile Zusammenarbeit.

„Wir würden uns ganz besonders freuen, wenn sich viele noch an der Kampagne beteiligen. Wir haben einen Rahmen für Facebook-Profilbilder gestaltet und diese Bilder können natürlich auch auf anderen (Chat-)Portalen genutzt werden. Es wäre GEIL!, wenn wir damit eine große Bewegung für Solidarität und Vielfalt in HESSEN zur Landtagswahl auf die Beine gestellt bekommen“, appelliert Björn an die Community.

Auf der Seite LBGT* hier auf unserem Blog stellen wir die Protagonist*innen vor.

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Stonewall was a riot – Demo in Kassel zum Gedenken an die Aufstände in der Christopher Street

15.06.2018 | 
Jannik Zimmermann |

Die Nacht des 27. Juni 1969.

Homosexuelle und trans* Personen widersetzten sich zum ersten Mal einer Razzia der Polizei im „Stonewall Inn“, einer beliebten Bar in der Christopher Street in New York City. Fünf weitere gewaltsame Tage der Auseinandersetzung mit der Polizei folgten. Diese markierten gleichzeitig den Beginn einer der größten Emanzipationsbewegungen.

Kurze Zeit nach dem „Stonewall-Aufstand“ kamen Menschen unterschiedlicher prekärer Hintergründe und Lebensweisen zusammen, um mehr Rechte und Akzeptanz einzufordern. Arbeitende, Obdachlose, Sexarbeitende, Drags und People of Color kämpften gemeinsam gegen die Unterdrückung und schafften es so Veränderungen für die bisher misslichen Umstände für LSBT* in den USA anzustoßen. Eine Vielzahl von Medien widmeten sich dem Thema und gaben so trans* und homosexuellen Personen ein Gesicht in der Öffentlichkeit.

Auch heute noch organisieren sich weltweit Menschen um für Gleichberechtigung und Akzeptanz zu kämpfen, so auch die Menschen in Kassel.

Unter anderem HESSEN IST GEIL!, die AIDS-Kassel, das autonome SchwuLesBiTrans*Queer+ Referat Kassel und der Infoladen …an der Halitstraße rufen dazu auf den 27. Juni 2018 zum Anlass nehmen, um gemeinsam den vergangen Aufständen in New York mit einem Demozug durch die Stadt zu gedenken.
Denn auch heutzutage sind homosexuelle und trans* Personen Stigmatisierung und Gewalt ausgesetzt. Nur durch solidarische Bündnisse können wir diesen etwas entgegen setzen!

Treffen: Mittwoch, 27. Juni 2018, um 18:15 Uhr am Bebelplatz, Kassel
Verlauf des Demozuges: Bebelplatz → Friedrich-Ebert-Straße → Fünffensterstraße → Frankfurterstraße → Friedrichtsplatz → Opernplatz
Abschlusskundgebung: ca. 20 Uhr am Opernplatz

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GEILES SOMMERCAMP!

12.06.2018 | 
Björn Beck |

In diesem Jahr wird es zum ersten Mal ein HESSEN IST GEIL!-SommerCamp geben. Wir werden gemeinsam grillen, in Workshops arbeiten und lernen und auch feiern.

Wenn Du Interesse hast, merke Dir den Termin bereits vor, denn die Plätze sind begrenzt.

17. bis 19. August 2018 in Taunusstein.

Es wird Workshops zu Coming Out, Diskriminierung in Sprache (und wie man es anders machen kann), Poetry Slamming und Geschichten schreiben, Safer Sex 3.0 und einen Drag-Workshop geben. Vielleicht sogar noch mehr.

Vorläufiges Programm (Beschreibungen zu den Workshops weiter unten)

Freitag, 17. August 2018
ab 16 Uhr Anreise
17:30 Begrüßung und Einführung in das Wochenende
18:00 Vortrag „Sex, Scham und Schuldgefühle – Die Instrumentalisierung von Aids gegen die schwule Emanzipation“ (Mario Ferranti)
19:30 gemeinsames Grillen

Samstag, 18. August 2018
08:30 – 09:30 Frühstück
10:00 – 13:00 Parallele Workshops
1) Vorbereitung des Mittagessens (3-5 Personen)
2) „Sprachliche Diskriminierung und inklusive Sprache verstehen“ (Muriel Aichberger)
3) „Coming Out“ (Tarek Shukrallah)
13:30 – 14:30 Mittagessen
15:00 – 18:00 Parallele Workshops
1) „Poetry Slam Schreibworkshop“ (Sven Hensel)
2) „Drag Lab“ (Kitty Bambule)
18:30 – 19:30 Abendessen
ab 19:30 gemeinsame Abendgestaltung

Sonntag, 19. August 2018
08:30 – 09:30 Frühstück
10:00 – 12:30 Parallele Workshops
1) Vorbereitung des Mittagessens (3-5 Personen)
2) „Safer Sex 3.0“ (Julian Fischer)
13:30 – 14:30 Mittagessen
14:30 – 15:30 Abschlussrunde, Feedback, Abreise

Für die Teilnahme erheben wir einen Unkostenbeitrag von 30€ (für die Verpflegung), erstatten dafür aber anfallende Fahrtkosten.

Anmeldung per Mail an bjoern.beck (a) hessen-ist-geil.de

Datenschutzhinweis:
Für die Anmeldung und Teilnahme am SommerCamp ist die Angabe von persönlichen Daten notwendig. Die Veranstalterin weist darauf hin, dass sämtliche personenbezogenen Daten der Teilnehmenden vertraulich behandelt und nicht an Dritte weitergegeben werden. Nach Beendigung der Veranstaltung werden die Daten vollständig gelöscht.

 

Inhalte der Workshops:

„Sprachliche Diskriminierung und inklusive Sprache verstehen lernen“ (Muriel Aichberger)
Sprache beeinflusst unser Denken. Durch sie entstehen Bilder in unserem Kopf, die unsere Gedanken formen. Gleichzeitig ist Sprache unser wichtigstes Kommunikationsmittel. Daher lohnt sich ein Blick darauf, wie Diskriminierung und Sprache im Alltag zusammenhängen. Warum „stehen wir unseren Mann“, aber „heulen wie ein Mädchen“? Wieso gibt es überhaupt Diskriminierung, hat sie vielleicht einen gesellschaftlichen Sinn? Wie kann ich mich dagegen wehren, und selbst vermeiden diskriminierend zu sprechen? Der Workshop gibt mit einer Mischung aus wissenschaftlichem Ernst und lockerem Humor Tips und Tricks für eine diskriminierungssensible Sprache und bessere Kommunikation miteinander.

Muriel (34) wohnt in München. Er ist Speaker und Trainer für Unternehmen, Universitäten und Vereine, die er zu den Themen Diversity, Equality und Inclusion berät. Daneben ist er Kunst-, Medien- und Sozialwissenschaftler, arbeitet zu Männlichkeiten und beschäftigt sich mit der Schnittstelle zu non binären Geschlechtern. Seit seiner Jugend unterstützt er die LGBT*IAQ+ Community durch seine ehrenamtlichen Tätigkeiten.

„Coming-out“ (Tarek Shukrallah)
Beschreibung folgt

Poetry Slam Schreibworkshop“ (Sven Hensel)
Überall im deutschsprachigen raum gibt es sie: Die Dichter*innenwettstreite, bei denen man fünf Minuten, einen Text und eine Bühne hat, um alles zu sagen was man möchte. Bei diesem Workshop bringt euch Sven Hensel, selbst umtriebiger und erfahrener Poetry Slammer, bei, wie man einen Slamtext schreiben und perfomen könnte. Wir machen Schreibspiele, reden über Textansätze und -struktur und bringen eure Worte zu Papier!

(Max. 10 Teilnehmer*innen)

„Drag Lab“ (Kitty Bambule)
Durch die Kunstform Drag ist es möglich die eigene Persönlichkeit zu erforschen, verändern und zu erweitern. Grundsätzlich ist Drag dabei sehr individuell, wie ein Fingerabdruck.
Im Workshop wird es einen Teil zu den Hintergründen und auch politischen Dimension von Drag geben, sowie einen praktischen Teil: Make-up, die 3 Ps, Drag it UUUUUP!“

Kitty Bambule ist eine Drag Queen aus Frankfurt, studiert Politikwissenschaft in Frankfurt und ist Ehrenamtlerin bei den Love Rebels, sowie Referette im autonomen queerfeministischen Referat der Goethe-Uni. Sie ist ein Multi-Talent: Showgirl, Designerin, Aktivistin und hat sogar schon mal beim Augenarzt am Empfang gearbeitet. Einfach eine heisse Tussi, diese Frau Bambule.

„Safer Sex 3.0“ (Julian Fischer)
Lust und Spaß gehören zum Sex. Aber wie sieht es mit HIV und anderen sexuell übertragbaren Infektionen aus? Welche Möglichkeiten habe ich, mich zu schützen? Safer Sex 3.0 zielt auf die drei Säulen der Prävention. Längst ist nicht mehr nur das Kondom, sondern auch Schutz durch Therapie und die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) gleichwertige Safer Sex Strategien. In diesem Workshop wollen wir uns mit den verschiedenen Safer Sex Strategien beschäftigen und welche individuellen Hindernisse uns entgegenstehen, einerseits auf unsere Gesundheit zu achten und andererseits unsere Lust selbstbestimmt zu leben. 

Julian Fischer ist Mitarbeiter im Bereich Prävention, koordiniert die Love Rebels, das Safer Sex Team der AIDS-Hilfe Frankfurt und hat einen Master in Soziologie. 

 

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LGBT* – Life gets better together

15.05.2018 | 
Björn Beck |
Solidarität und Akzeptanz sind die bindenden Kräfte einer offenen, lebendigen und gut funktionierenden
Gesellschaft – nicht nur im Großen, sondern gerade auch im Kleinen.
Im Oktober wird in Hessen ein neuer Landtag gewählt und auch hier stellen sich reaktionäre Kräfte zur Wahl, die gegen mehr Sichtbarkeit von LGBT*IQ, gegen Akzeptanz von Vielfalt und Lebensweisenakzeptanz arbeiten. Die Kampagne „LGBT* – Life gets better together“ soll auf Plakaten, mit Anzeigen und in den Sozialen Medien ab dem Sommer bis zur Landtagswahl für Akzeptanz und Sichtbarkeit von LGBT*IQ in der Gesellschaft werben.
 
Gemeinsam wollen wir ein Zeichen für mehr Zusammenhalt und Wertschätzung in den Communities und der Gesellschaft setzen. Deshalb laden wir Dich ein, Teil einer hessenweiten Kampagne für mehr Toleranz, Akzeptanz und Vielfalt in der Gesellschaft und in unseren Communities zu werden – und mit deinem Portrait und Statement ein klares Bekenntnis dafür abzugeben.
 
Um eine möglichst große Auswahl an unterschiedlichsten Gesichtern und Typen aus der Community zu generieren, findet im Rahmen des IDAHOBIT 2018 zwischen 15 und 20 Uhr im „HESSEN IST GEIL!“-Pavillon auf der Hauptwache in Frankfurt ein Casting bzw. Auswahl-Shooting statt.
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Lesung zum IDAHOBIT: „Capriolen – die Männerfreundschaften des letzten hessischen Großherzogs Ernst Ludwig“

30.04.2018 | 
Holger Kleinert |
Großherzog Ernst Ludwig

„Capriolen“ – Lesung mit Barbara Hauck

Am 18.5.2018 um 19 Uhr

Rathaus Gießen, Kleiner Pausenraum

Berliner Platz 1, 35390 Gießen

 

Angesichts des diesjährigen IDAHOBIT* liest Barbara Hauck aus ihrem jüngsten Buch „Capriolen“. Darin beleuchtet sie anhand des letzten hessischen Großherzogs Ernst Ludwig (1868-1937) die Homosexualität unter dem unseligen § 175, der erst 1994 abgeschafft wurde, und wie die betroffene Oberschicht damit umging.

Auch wenn es gefährlich war, offen mit Homosexualität umzugehen, so fanden zu mindestens die Reichen ihre Mittel und Wege damit umzugehen. Zum einen benutzten sie ihr Personal und konnten darauf hoffen, dass dicht gehalten wird. Zum anderen konnten sie es sich leisten in andere Länder zu reisen, wo sie ihrer Lust frönen konnten. Was heute Gran Canaria,  Ibiza und Mykonos für den Schwulen Mann ist, war zu Ernst Ludwigs Zeiten die Insel Capri.

Barbara Hauck, eine Expertin für hessische Geschichte, versteht es hervorragend aus alten Aufzeichnungen und Tagebüchern einen Blick auf die erotischen Männerfreundschaften Ernst Ludwigs zu werfen: So schrieb er als 18-jähriger ein Gedicht über seinen geliebten Regimentskameraden Alexander von Frankenberg und Ludwigsdorf:

„Du weißt es nicht, wie ich dich liebe,

und wissend, würdest du‘s glauben nicht,

dass in mir wären solche Triebe,

wovon zu sprechen ich wage nicht.“

 

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