Die „Bersognis erregenden Eltern“ in Kassel – oder doch nicht?

06.05.2015 |
Björn Beck

Im Januar diesen Jahres entdeckten wir, von der AIDS-Hilfe Kassel e.V., eine Ankündigung der „Besorgnis erregenden Eltern“, die uns alarmierte. Während in vielen Städten, wie auch in Kassel, die „GIDA-Bewegung“ ihr Unwesen trieb und andernorts die Überschrift „Demo für Alle“ verwirrend eingesetzt wurde, erfuhren wir über diesen Hompageeintrag, dass die „Besorgnis erregenden Eltern“ 2015 eine Demotour durch Deutschland planten. Dabei wollten sie im April und im Oktober Station hier bei uns in Kassel machen…

Sehr spontan, aber, absolut sicher entschieden wir: Da müssen wir was tun! Denn, wir hier in Kassel arbeiten an einer modernen Gesellschaft, die auf Vielfalt und ein buntes Miteinander setzt. Aufgeklärte Menschen brauchen sich nicht hinter Diskriminierung zu verstecken, wenn sie andere Lebensweisen nicht verstehen. Wir in Kassel wollen, dass viele Menschen mit vielen Lebensentwürfen und vielen Lebenshintergründen von einander lernen können und damit angstfrei miteinander umgehen können.

 

Wir planten also, genau dies mittels einer Kundgebung deutlich zu machen, die natürlich ihren klaren Bezug und den gegenläufigen Standpunkt zu den Ansichten der „Besorgnis erregenden Eltern“ setzen sollte.

So meldeten wir also unsere Kundgebung für den gleichen Tag (25.April 2015) an und natürlich auch für einen passenden, gut sichtbaren Ort an. Auf dem Königsplatz sollten die gegensätzlichen Ansichten deutlich werden.

Eigentlich schade, dass die „Besorgnis erregenden Eltern“ knapp eine Woche vor den geplanten Veranstaltungen die ihre absagten. Wir konnten hören, sie hätten auf Grund des aggressiven Verhaltens in der Planung unserer Gegenveranstaltung Sorge um die vielen Familien mit Kindern gehabt, die so gerne zu ihrer Demonstration gekommen wären. Doch, nach den Ausschreitungen, die sich vormals in Hamburg abgespielt hatten, sähen sie sich gezwungen, Ihre Pläne zu streichen. Dennoch wollten sie, mit anderen Mitteln, ihre Arbeit zukünftig fortsetzen.

Wir werten diesen Rückzug als ersten Erfolg unserer aufklärenden Arbeit und unserer Stärke, mit der wir unseren Standpunkt vertreten haben. Unsere Kundgebung „für Vielfalt und ein buntes Miteinander in Kassel, Nordhessen und Hessen …“ war ein voller Erfolg! Wir konnten 500 bis 600 Menschen auf dem Königsplatz erreichen und erfuhren nicht nur in den Vorbereitungen, sondern auch während der Veranstaltung eine breite und tragende Solidarität! Dafür sei allen Beteiligten großer Dank gesagt!!!

Wir machen natürlich weiter mit der Arbeit, weiter, unter dem Aspekt: Für Vielfalt und für einen angstfreien und damit diskriminisierungsfreien Umgang der Menschen in unserer Stadt. Gemeinsam mit allen Institutionen und Gruppen, die am 25. April mit dabei waren, werden wir weiter an unserer Zukunft basteln und sehr wachsam die rückwärts gewandten und tendenziell rechten Bewegungen beobachten. Sie müssen sich einfach klar machen: Wir sind da, wir passen auf und wir sind stark – für eine vielfältige und multikulturelle Gesellschaft.

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Eure Beiträge:

Tolle Aktion, danke für das Engagement!
Aber schade, dass die Besorgnis erregenden Eltern (geiler Name!) gekniffen haben – das wäre doch bestimmt interessant geworden.. Aber faule Ausrede! Auch nur Propaganda, das mit dem einem 15jährigen Mädchen und der Platzwunde auf der Demo in Hamburg! Ich kann mir nicht vorstellen, dass die friedlichen Gegendemonstranten in irgendeiner Hinsicht hätten gewalttätig werden wollen, selbst bei so homophoben und provokanten .. Menschen, wie den Besorgnis erregenden Eltern!

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