„Lust im Rausch“ nicht alles ist gleich „ChemSex“

19.02.2019 |
Björn Beck |

Wer auf Dating-Portalen unterwegs ist, findet in den Profilen immer wieder Hinweise wie „chemsfriendly“ oder „Party & play“ (PnP). Dieser Code zeigt an, dass gewünscht ist, sexuellen Rausch mit Rausch durch Substanzen zu verbinden. Allerdings können die Hinweise auch subtiler sein, wie beispielsweise die Großschreibung der Ts im TexT. Hier signalisierT der Sender, dass der Konsum von „Tina“, Crystal Meth oder chemisch: Methamphetamin gewünscht ist. Die Auswahl möglicher Substanzen ist aber breit gefächert und bietet für alle Bedürfnisse und Phantasien das passende Mittel. Dabei ist nicht alles gleich „ChemSex“, also Sex im Rausch von Crystal Meth, Mephedron, Ketamin oder GBL/GHB.

Wenn man genauer hinsieht, beginnt der Konsum von Substanzen, die beim Sex unterstützend wirken sollen, doch bereits beim Alkohol. Um die Schüchternheit und damit Hemmungen zu überwinden, hilft vielen schon ein Glas Wein, Bier oder ein Cocktail. Aber auch Alkohol ist keinesfalls zu unterschätzen. In der Studie „Schwule Männer aus dem Jahr 2013 wurde bei knapp 40 % der Befragten ein übermäßiger Alkoholkonsum festgestellt. Alkohol ist die meistkonsumierte Substanz, dann folgen Cannabis (20 %) und Erektiva wie beispielsweise Viagra (16 %). Amphetamine und Ecstasy nutzen 6 %, Crystal Meth 2 % und Heroin und Opiate unter 1 % der Befragten.

Für schwulen Sex werden also gerne solche Substanzen genutzt, die die Leistungsfähigkeit beim Sex steigern und solche, die Hemmschwellen senken. Was kann man also tun, um den lustvollen Rausch sicherer zu gestalten? Gestaltet das „Set und Setting“, um Unfälle zu vermeiden. „Set“ beschreibt die persönliche Grundstimmung, „Setting“ die Umgebung in der man sich befindet und konsumieren will.

Viele Substanzen verstärken die Grundstimmung, wer also einen schlechten Tag hat, sollte besser die Finger davon lassen. Es ist immer gut, Freunde um sich zu haben, oder Menschen, denen man vertrauen kann. Und die Dosis macht das Gift: Es kann helfen, wenn man sich zum Beispiel bei GBL/GHB aufschreibt, wann man wieviel konsumiert hat, um eine Überdosierung zu vermeiden. Auch die Wahl der Konsumform macht einen Unterschied: Spritzen in die Vene bringt die größten Risiken mit sich und will geübt sein, um Infektionen und Entzündungen zu vermeiden. Gerade beim Sex geht es nicht eben steril zu und so kann es schnell zu Infektionen kommen. Außerdem steigert das Spritzen das Suchtpotenzial der Substanzen erheblich. Beim Sniefen sollte man unbedingt nur seine eigenen Röhrchen benutzen, da hier sonst leicht Hepatitis C übertragen werden kann. Und was einmal geschluckt ist, macht es unmöglich die Dosis und Wirkung zu kontrollieren.

Besonders bei Amphetaminen und Ecstasy sollte man darauf achten, ausreichend zu trinken und nicht zu überhitzen. GBL/GHB sollte niemals zusammen mit Alkohol konsumiert werden, weil sich die Wirkungen gegenseitig verstärken und es dann schnell zu Bewusstlosigkeit kommen kann. Und gerade beim ersten Mal ist weniger mehr, tastet euch an eure Dosis ran.

Im Notfall unbedingt den Notarzt vor Ort über die konsumierten Substanzen informieren. Das Netz bietet viele hilfreiche Informationen zu den Substanzen, Wirkungsweisen und Dosierungen, die in Umlauf sind: „EvE & Rave“, „Alice-Projekt“ und „Drugscouts“


Der Ausgangs-Text ist in der Februar-Ausgabe des „Lustblättchens“ erschienen.

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Stellenausschreibung Aidshilfe Gießen e.V.

29.01.2019 |
Holger Kleinert |

Die Aidshilfe Gießen e.V. sucht zum 01.04.2019 für eine unbefristete Vollzeitstelle (40 Std.W.) eine*n

Dipl. Sozialarbeiter*in (oder vergleichbare Qualifikation)
• Beratung zu HIV/Aids
• Begleitung von Menschen mit HIV/Aids
• Beratung zu Themen aus dem Kreis LSBT*IQ und Migration
• Ambulantes Betreutes Wohnen
• Fundraising und Veranstaltungsorganisation

oder

Pädagogische*n Mitarbeiter*in, Fundraiser*in
• Beratung zu HIV/Aids
• Beratung zu Themen aus dem Kreis LSBT*IQ und Migration
• Unterstützung bei der Erledigung sozialrechtlicher Angelegenheiten
• Fundraising und Veranstaltungsorganisation

Die Identifikation mit den Leitbildern und Arbeitsansätzen der Aidshilfen, einen Führerschein und PKW sowie gute MS-Office Kenntnisse setzen wir voraus. Wir begrüßen ausdrücklich die Bewerbung von Menschen mit HIV sowie LSBT*IQ.
Wir bieten eine Vergütung in Anlehnung an den TVöD, einen gut ausgestatteten Arbeitsplatz, ein gutes, teamorientiertes Arbeitsklima und wir fördern Fort- und Weiterbildung.
Ihre Bewerbung – in digitaler Form – richten Sie bitte bis zum 10.02.2019 an:

Aidshilfe Gießen e.V. Hans-Peter-Hauschild-Haus
Martin Klatt
Diezstr. 8
35390 Gießen
mk-ah-gi@t-online.de

Bewerbungsunterlagen werden nach Abschluss des Bewerbungsverfahrens vernichtet bzw. gelöscht. Für weitere Fragen oder Informationen steht Ihnen Herr Klatt gerne zur Verfügung.

190129 Ausschreibung 04.2019 Soz.Arb., Päd.MA

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Abschied von Bernd Aretz

19.12.2018 |
Björn Beck |

Nach seinem Tod am 23. Oktober 2018 wurde Bernd Aretz am 15. Dezember auf dem Alten St. Matthäus-Kirchhof in Berlin-Schöneberg beigesetzt. Auf diesem historischen Friedhof mit vielen kulturhistorisch bedeutenden Gräbern, hat Bernd nun die „post-mortem-WG“ bezogen und befindet sich in allerbester Gesellschaft: Der Mitbegründer der Strukturellen Prävention und Vorstandskollege von Bernd bei der Deutschen Aidshilfe, Dr. Hans Peter Hauschild, liegt dort ebenso begraben, wie die Gebrüder Grimm.

Für den Vorstand der Deutschen Aidshilfe hielt Björn Beck eine kurze Rede, die Trauerrede hielt Professor Dr. Martin Dannecker, enger Freund und Wegbegleiter von Bernd Aretz. Beide Reden im Wortlaut: (mehr …)

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Wie Geht´s Euch? Online-Umfrage zum Wohlbefinden von LSBTIQ*

06.12.2018 |
Björn Beck |

Die Professur für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences führt unter dem Motto „Wie geht´s Euch?“ in Kooperation mit verschiedenen Organisationen (u. a. Deutsche AIDS-Hilfe, HESSEN IST GEIL!, Schwulenberatung Berlin und Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurt) derzeit ein Forschungsprojekt zur körperlichen und seelischen Gesundheit von LSBTIQ* durch.

In diesem Rahmen ist u. a. eine Online-Umfrage freigeschaltet. Mithilfe der Angaben in dieser Online-Umfrage  möchten wir eine Grundlage für die Optimierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für LSBTIQ* schaffen und politische Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lebenssituation von LSBTIQ* liefern (z. B. im Hinblick auf mögliche Diskriminierungserfahrungen).

Macht mit bei einer Befragung von LSBTIQ* zu ihrem Wohlbefinden. Gefragt sind alle, die sich selbst als nicht-heterosexuell (lesbisch, schwul, bisexuell, queer, etc.) und/oder nicht cis-geschlechtlich (trans*, inter*, genderqueer, etc.) definieren. Die Befragung dauert 20-30 Minuten, ist vollständig anonym und geht um Themen wie körperliche Beschwerden, psychische Belastungen, Substanzkonsum, Diskriminierungserfahrungen und soziale Ressourcen.

www.frankfurt-university.de/Wohlbefinden-LSBTIQ

Mit den Ergebnissen sollen Beratungs- und Unterstützungsangebote für LSBTIQ* ausgebaut und weiter verbessert werden. Dafür ist Eure Unterstützung notwendig!

Selbstverständlich ist die Umfrage vollständig anonym, d. h. die Umfrage läuft über einen geschützten Server der Frankfurt University of Applied Sciences und es werden weder IP-Adressen gespeichert noch Cookies verwendet.

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n = n. Die Gleichung geht auf und sie erleichtert.

04.12.2018 |
Björn Beck |
Vielleicht bist Du im Netz schon mal über eine dieser Formeln gestossen, n = n, u = u, oder als Hashtag #UequalsU taucht im Netz immer mal wieder auf und steht für „undetectable = untransmittable“ also „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ – da sind wir dann auch schon beim „n = n“. Es steckt also keine Mathematik dahinter, sondern „nur“ Logik. Das ganze bezieht sich auf HIV und die Tatsache, dass Positive, die unter Therapie sind auch beim Sex ohne Kondom das Virus nicht weitergeben können. Wo nichts mehr zu finden ist, kann auch keine Übertragung stattfinden, könnte man auch sagen. Die Nachweisgrenze, die Studien zugrunde legen, liegt bei 200, auch wenn die Nachweisgrenze dank moderner Geräte bei 20-50 Viren liegt. 

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