Wie Geht´s Euch? Online-Umfrage zum Wohlbefinden von LSBTIQ*

06.12.2018 |
Björn Beck |

Die Professur für Sexualpädagogik und Diversität in der Sozialen Arbeit der Frankfurt University of Applied Sciences führt unter dem Motto „Wie geht´s Euch?“ in Kooperation mit verschiedenen Organisationen (u. a. Deutsche AIDS-Hilfe, HESSEN IST GEIL!, Schwulenberatung Berlin und Lesben Informations- und Beratungsstelle Frankfurt) derzeit ein Forschungsprojekt zur körperlichen und seelischen Gesundheit von LSBTIQ* durch.

In diesem Rahmen ist u. a. eine Online-Umfrage freigeschaltet. Mithilfe der Angaben in dieser Online-Umfrage  möchten wir eine Grundlage für die Optimierung von Beratungs- und Unterstützungsangeboten für LSBTIQ* schaffen und politische Ansatzpunkte für die Verbesserung der Lebenssituation von LSBTIQ* liefern (z. B. im Hinblick auf mögliche Diskriminierungserfahrungen).

Macht mit bei einer Befragung von LSBTIQ* zu ihrem Wohlbefinden. Gefragt sind alle, die sich selbst als nicht-heterosexuell (lesbisch, schwul, bisexuell, queer, etc.) und/oder nicht cis-geschlechtlich (trans*, inter*, genderqueer, etc.) definieren. Die Befragung dauert 20-30 Minuten, ist vollständig anonym und geht um Themen wie körperliche Beschwerden, psychische Belastungen, Substanzkonsum, Diskriminierungserfahrungen und soziale Ressourcen.

www.frankfurt-university.de/Wohlbefinden-LSBTIQ

Mit den Ergebnissen sollen Beratungs- und Unterstützungsangebote für LSBTIQ* ausgebaut und weiter verbessert werden. Dafür ist Eure Unterstützung notwendig!

Selbstverständlich ist die Umfrage vollständig anonym, d. h. die Umfrage läuft über einen geschützten Server der Frankfurt University of Applied Sciences und es werden weder IP-Adressen gespeichert noch Cookies verwendet.

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n = n. Die Gleichung geht auf und sie erleichtert.

04.12.2018 |
Björn Beck |
Vielleicht bist Du im Netz schon mal über eine dieser Formeln gestossen, n = n, u = u, oder als Hashtag #UequalsU taucht im Netz immer mal wieder auf und steht für „undetectable = untransmittable“ also „nicht nachweisbar = nicht übertragbar“ – da sind wir dann auch schon beim „n = n“. Es steckt also keine Mathematik dahinter, sondern „nur“ Logik. Das ganze bezieht sich auf HIV und die Tatsache, dass Positive, die unter Therapie sind auch beim Sex ohne Kondom das Virus nicht weitergeben können. Wo nichts mehr zu finden ist, kann auch keine Übertragung stattfinden, könnte man auch sagen. Die Nachweisgrenze, die Studien zugrunde legen, liegt bei 200, auch wenn die Nachweisgrenze dank moderner Geräte bei 20-50 Viren liegt. 

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Niemand spricht gern darüber, aber es würde helfen: Geschlechtskrankheiten

26.11.2018 |
Björn Beck |

Ja, es ist nicht nur unangenehm, wenn man sich was eingefangen hat und noch unangenehmer, wenn man dann darüber sprechen soll. Dabei hilft es die Weitergabe wenigstens zu reduzieren, wenn man die Menschen informiert, mit denen man im entsprechenden Zeitraum Sex hatte. Niemand erwartet Freudensprünge auf die Information, dass man sich vielleicht doch mal Blut abnehmen lassen, oder einen Watteträger zum Abstrich einführen lassen sollte. Aber so kann man tatsächlich Infektionsketten unterbrechen. Wer seine Sexpartner informiert, sollte keinen Spot bekommen, sondern Vertrauen. Denn so sieht ein verantwortlicher Umgang mit Sex und Partnern aus.

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Wahl von Felix Martin starkes Signal für Teilhabe HIV-positiver Menschen

30.10.2018 |
Florian Beger |
Der frischgewählte Abgeordnete: Felix Martin aus Nordhessen

Bei der hessischen Landtagswahl am vergangenen Sonn­tag hat der 23-jährige Auszubildende Felix Martin aus dem Werra-Meißner-Kreis ein Mandat errungen. Künftig wird er nicht nur als einer der jüngsten Abgeordneten im Wiesbadener Landtag Platz nehmen – Martin ist auch deutschlandweit einer der wenigen Politiker, die von HIV betroffen sind und damit offen leben: nach Carsten Schatz aus dem Berliner Abgeordne­tenhaus der erst zweite Landes-Mandatsträger. Schon seit 2013 bekleidet Martin politische Ämter vor Ort, zum Beispiel als Vorstand des Kreisverbandes der Grünen und Kreistagsabge­ordneter.

„Als ich vergangenes Jahr von meiner HIV-Infektion erfuhr, war das ein Schock“, erzählt Martin. „Mir fehlte der Bezug zum Thema. Es hätte mir damals sehr geholfen, Betroffene zu kennen. Deshalb habe ich mich entschieden, selbst offen mit meiner eigenen Infektion umzugehen. Durch die Politik stehe ich immer wieder in der Öffentlichkeit, das will ich nutzen, um den Men­schen zu zeigen, dass man heute auch mit HIV ein ganz normales Leben führen kann. Gleich­zeitig unterstützt öffentliche Sichtbarkeit auch die wichtige Präventionsarbeit. Ich bin glücklich, dem nächsten Hessischen Landtag anzugehören und will dazu beitragen, dass der Landtag genauso bunt und vielfältig ist wie unsere Gesellschaft“, so Martin.

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Landespolitik demonstriert Offenheit

18.10.2018 |
Björn Beck |

Kandidat*innen-Forum zur Landtagswahl in Hessen

Am 25. September hatte der Landesverband der Aidshilfen in Hessen Parteienvertreter*innen zu einem Kandidat*innen-Forum in den Tagestreff bASIS in Frankfurt eingeladen.

Der Einladung gefolgt waren Madagalena Depta (Die Linke), Dr. Arijana Neumann (SPD), Kai Klose (Landesvorsitzender Bündnis 90/Die Grünen) und Rolf Würz (FDP). 

Das Forum bot Menschen, Gruppen und Initiativen der LSBTT*IQ-Community und anderer von HIV/Aids besonders betroffener gesellschaftlicher Gruppen den Raum, Politiker*innen der im Hessischen Landtag vertretenen Parteien Fragen zu stellen, aber auch Anliegen und Wünsche mitzuteilen.

Bereits in den Eingangsstatements machten die Kandidat*innen deutlich, dass es nicht nur um Toleranz gehen dürfe, sondern dass Menschen in ihrer Individualität grundsätzlich akzeptiert werden müssten.

Etwa 30 Menschen aus ganz unterschiedlichen Kontexten der Communities waren in die bASIS gekommen, um mit den Politiker*innen ins Gespräch zu kommen.

Auf die Frage nach struktureller Förderung der LSBTT*IQ-Community zur Professionalisierung und Vernetzung der Strukturen, antwortete der Landesvorsitzende der Grünen und Bevollmächtigte der Landesregierung für Antidiskriminierung und Integration, Kai Klose, dass Hessen erstmals eine strukturelle Förderung in den Haushalt aufgenommen habe: 200.000 € für 2018 und 300.000 € für 2019 für regionale Koordinationsstellen. Außerdem sei mit dem Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt endlich eine Förderung für Projekte der Communities gelungen. Der Aktionsplan war gemeinsam zwischen Landesregierung und Community entwickelt worden.

Arijana Neumann betonte, dass es wichtig sei Strukturen zu schaffen und zu fördern. Sie stehe für eine Verstetigung der hierzu notwendigen Haushaltsmittel ein, denn viele wichtige Projekte seien allein ehrenamtlich nicht dauerhaft zu leisten. Auch sei die Förderung aus kommunalisierten Landesmitteln kein dauerhaft tragfähiges Konzept: Landesmittel flößen so an wichtigen Trägern wie den lokalen Aidshilfen vorbei. Die Träger sollten wieder in eine direkte Förderbeziehung mit dem Land gesetzt werden.

Alle Politiker*innen unterstützten im Forum die Beibehaltung der Stabsstelle für Antidiskriminierung und Integration im Hessischen Sozialministerium, die mit der schwarz-grünen Landesregierung erstmals geschaffen wurde.

Aus dem Publikum wurde das Problem zu weniger Substitutionsangebote für Drogengebraucher*innen, insbesondere im ländlichen Raum, dargestellt. Betroffene haben zum Teil enorme Anfahrtswege, die oft mehrere Stunden in Anspruch nehmen. So müssen Tage um die Substitution herum gestaltet werden, was dann zu sozialer Isolation führt und die Aufnahme eines Jobs unmöglich macht. Gefordert wurde hier ein Aktionsplan, um von der Förderung aus kommunalisierten Landesmittel wegzukommen.

Magdalena Depta mahnte hierzu an, dass eine zu restriktive Drogenpolitik gemacht würde. Sie stehe für gute, lebensweltnahe Substitutionsangebote und Entkriminalisierung der Betroffenen. 

Die Politiker*innen baten in diesem Themenfeld die Community-Organisationen um engere Zusammenarbeit und die Expertise zur Konzeption entsprechender Angebote.

Zur Frage, ob Menschen in Haft Mittel zur Verhütung sexuell übertragbarer Infektionen bzw. saubere Spritzenbestecke zum „Safer Use“ angeboten werden sollten, forderte Rolf Würz, der Justizvollzug müsse sich an die Realitäten gewöhnen und entsprechend handeln. Wegschauen nach dem Motto „Es gibt nicht, was es nicht geben darf“ sei Realitätsverweigerung und nicht zielführend.

Ein weiteres Themenfeld, das im Forum angesprochen wurde, war Migration und der Zugang in das Gesundheitssystem. Ein junger Mann, der aufgrund Verfolgung seiner sexuellen Identität im Herkunftsland nach Deutschland geflüchtet ist, berichtete, dass er ohne Aufenthaltsstatus keinen Zugang zu Sprachkursen habe. Bei Arztbesuchen werde er von einer Stelle zur anderen geschickt, Behandlung bekäme er keine. Er wolle arbeiten und sich hier einbringen, aber das System ließe das nicht zu.

Die Vertreter*innen der Parteien zeigten sich hierzu verständnisvoll und bejahend zum Handlungsbedarf. Es brauche ein Umdenken in der Integrations- und Zuwanderungspolitik. Eine Politik, die darauf setzt, dass diese Menschen wieder in ihre Heimat zurückkehren, sei unrealistisch. Man müsse Menschen schnell den Zugang in die Gesellschaft und die Arbeitswelt eröffnen und sie so erfolgreich integrieren. 

In den Abschluss-Statements hatten die Politiker*innen nochmals die Gelegenheit eigene Schwerpunkte zu formulieren. Magdalena Depta sagte, sie wolle weiter gehen und auch Konzepte wie Wahlverwandtschaften fördern. Dr. Arijana Neumann betonte, der Aktionsplan für Akzeptanz und Vielfalt sei ein guter Anfang, jetzt müsse er ankommen und gemeinsam mit der Community weiterentwickelt werden. Die Wahl in Hessen sei eine Grundsatzabstimmung für oder gegen ein buntes Hessen. Kai Klose versicherte, man bleibe gemeinsam an den Themen, “von unten“ organisiert, das sei besonders wichtig. Rolf Würz bekräftigte nochmals die Rolle der Community und die Förderung gerade kleinerer Gruppen zur Festigung der Strukturen in Hessen.

Dem Wahlaufruf der Parteien schließen wir uns gerne an. Jede Stimme zählt und jede Stimme für eine demokratische Partei ist eine Stimme gegen Rechtspopulismus.

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