„Ich mach’s nur safe!“ – Was an diesem Satz alles NICHT stimmt.

15.10.2019 |
Björn Beck |

Seit Anfang September wird die PrEP (Prä-Expositions-Prophylaxe) von der Krankenkasse übernommen. Für viele ist es jetzt erst möglich diese Safer-Sex-Methode zu nutzen, denn zusammen mit den Blut- und STI-Tests kostet die PrEP etwa tausend Euro pro Jahr. Die Kostenübernahme ist also ein wichtiger Schritt für die Männer, die sich mit der PrEP vor einer HIV-Infektion schützen wollen.

Aber dieses Thema erregt auch die Gemüter in der Community und es wird hitzig diskutiert, was „safe“ ist und was nicht. Kritiker befürchten durch die PrEP eine Sorglosigkeit im Umgang mit HIV und Geschlechtskrankheiten (STI). Erstmal ist mir wichtig, dass es „safe“ nicht gibt! Und „safe“ ist nicht nur falsch, sondern aus meiner Sicht sogar verantwortlich für mehr sexuell übertragbare Infektionen, denn viele denken, dass sie mit einem Gummi beim Ficken „safe“ sind und so nichts kriegen können. Der richtige Begriff ist „Safer Sex“, also „sicherer“ als Sex ohne Schutz und bezog sich allein auf den Schutz vor HIV. Damals war es Sex mit Kondom, heute kommen auch die Schutzwirkung der HIV-Therapie und die PrEP dazu. „Safe“ ist Sex aber nie, absolute Sicherheit gibt es einfach nicht – und schon gar nicht beim Sex. Und auch Sex ohne Kondom kann also „safer Sex“ sein, das sollten endlich alle wissen und sich auch darüber freuen.

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#notjustsad – ’nicht einfach nur traurig‘: Depressionen

11.10.2019 |
Björn Beck |

Ende 2014 war der Hashtag #notjustsad ein „Trend“ auf Twitter und in anderen sozialen Medien. Betroffene über ihre Depressionserkrankungen und den Umgang damit. Unzählige Erfahrungsberichte sind so öffentlich geworden und hat das Thema Depression zumindest ein wenig aus der dunklen, schambehafteten Ecke ins Licht der Öffentlichkeit und der Beachtung gerückt.

Ich schreibe hier über das Thema, weil es uns alle betrifft – LSBTIQ aber in besonderer Weise. Psychische Erkrankungen, Depressionen, Angststörungen, Selbsttötungsgedanken und problematischer Substanzkonsum sind bei LSBTIQ überdurchschnittlich häufig. Dabei ist das „Anderssein“ nicht die Ursache, sondern der gesellschaftliche Umgang damit. Diskriminierung und Gewalt machen uns Angst und Stress und die machen uns schließlich krank. Um unsere Stresslevel kurz anzuheben, reicht es schon aus, wenn wir uns kurz als LSBTIQ sichtbar und so unsicher fühlen, oder ob wir in der Öffentlichkeit unsere*n Partner*in an der Hand halten, oder gar küssen können.

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5. Hessisches Positiventreffen 20.9.-22.9.2019

02.08.2019 |
Holger Kleinert |
Flyer

EINLADUNG

Wir treffen uns in einem kleinem Tagungshaus in Nordhessen (Knüllwald). Um Teilnehmenden mit Kindern, die Teilnahme zu ermöglichen, werden wir bei rechtzeitiger Anmeldung eine Kinderbe- treuung organisieren. Die Vorträge und Workshops werden in Deutsch gehalten. Wir bemühen uns aber darum, dass auch Menschen, die eine andere Muttersprache sprechen, an allen Angeboten teilnehmen können, z.B. in dem Rahmen unserer Möglichkeiten zu übersetzen. Ein barrierefreier Zugang zum Haus ist derzeit leider noch nicht möglich. Die Verpflegung im Haus Mühlrain ist vegetarisch bzw. vegan.

Wir laden alle Menschen mit HIV, die in Hessen leben, zum vierten Landes-Positiventreffen ein. Gemeinsam schaffen wir einen geschützen Raum, in dem sich Erfahrene, aber auch Neudiagnostizierte wohl fühlen können. Wir wollen uns kennen lernen, eine gute Zeit miteinander verbringen und Neues voneinander lernen und erfahren. Wir haben Euch ein interessantes Programm zusammengestellt, aber es gibt auch ausreichend Zeit für persönlichen Austausch und Diskussion zu den Themen, die Euch bewegen.

Wir bitten Euch, das Treffen nach Möglichkeit durch einen kleinen Teilnahmebeitrag zu unterstützen. Die Kosten sollen aber niemanden von der Teilhabe abhalten. Bitte sprecht uns an.

Zum Anmeldeformular bitte hier Klicken:

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Ein Hoch auf Dich! – Zum Tode von Bernd Aretz

01.11.2018 |
Björn Beck |

Wie schreibt man einen Nachruf auf einen Mann, für den nun viele Nachrufe geschrieben werden? Nachrufe, die von Menschen geschrieben werden, die ihm im Wirken viel näher und ebenbürtiger waren. Menschen, die sein Wirken viel besser beschreiben können, weil sie ihn viel länger kannten?

Bernd Aretz, Rechtsanwalt, Notar, Schwulen- und Aids-Aktivist, Autor, Kunstschaffender, Intellektueller, bürgerlich autonome Tunte, Lederkerl, Hundeliebhaber, Apfelweinkenner, Vorstand und schließlich Ehrenmitglied der Deutschen Aidshilfe.

„Die Lebensreise, als organisierte Reise, oder als sinnvolle Reise, ist nur von hinten aus so zu betrachten“, sagte Roger Willemsen einmal. „Man könnte jedes Leben, komplett, auf völlig unterschiedliche Weisen erzählen.“

Also erzähle ich hier (m)eine Geschichte mit Bernd.

Bernd und mich verbinden einige Dinge, aber der offensichtliche rote Faden war sicherlich die Vorliebe für guten Apfelwein. Fast immer, wenn wir uns sahen, war Apfelwein im Spiel. Bernd gehörte noch zu den Menschen, die ihren persönlichen Schobbedeckel immer dabei hatten. Dass Bernd eine ganze Sammlung davon hatte, erfuhr ich erst später, als er sie mir vererbte. (mehr …)

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Wahl von Felix Martin starkes Signal für Teilhabe HIV-positiver Menschen

30.10.2018 |
Florian Beger |
Der frischgewählte Abgeordnete: Felix Martin aus Nordhessen

Bei der hessischen Landtagswahl am vergangenen Sonn­tag hat der 23-jährige Auszubildende Felix Martin aus dem Werra-Meißner-Kreis ein Mandat errungen. Künftig wird er nicht nur als einer der jüngsten Abgeordneten im Wiesbadener Landtag Platz nehmen – Martin ist auch deutschlandweit einer der wenigen Politiker, die von HIV betroffen sind und damit offen leben: nach Carsten Schatz aus dem Berliner Abgeordne­tenhaus der erst zweite Landes-Mandatsträger. Schon seit 2013 bekleidet Martin politische Ämter vor Ort, zum Beispiel als Vorstand des Kreisverbandes der Grünen und Kreistagsabge­ordneter.

„Als ich vergangenes Jahr von meiner HIV-Infektion erfuhr, war das ein Schock“, erzählt Martin. „Mir fehlte der Bezug zum Thema. Es hätte mir damals sehr geholfen, Betroffene zu kennen. Deshalb habe ich mich entschieden, selbst offen mit meiner eigenen Infektion umzugehen. Durch die Politik stehe ich immer wieder in der Öffentlichkeit, das will ich nutzen, um den Men­schen zu zeigen, dass man heute auch mit HIV ein ganz normales Leben führen kann. Gleich­zeitig unterstützt öffentliche Sichtbarkeit auch die wichtige Präventionsarbeit. Ich bin glücklich, dem nächsten Hessischen Landtag anzugehören und will dazu beitragen, dass der Landtag genauso bunt und vielfältig ist wie unsere Gesellschaft“, so Martin.

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