IDAHOBIT* Mittelhessen

11.05.2017 |
Holger Kleinert

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Trans*-, und Interfeindlichkeit (früher: Internationaler Tag gegen Homophobie) steht mit dem 17. Mai unmittelbar vor der Tür. Das Datum erinnert an die Entpathologisierung von homosexuellen Menschen durch die Streichung von Homosexualität aus dem Internationalen Diagnoseschlüssel der Weltgesundheitsorganisation WHO im Jahre 1990. Seit 2005 wird der IDAHOBIT* an vielen Orten der Welt als Aktionstag begangen.

Die Communities in Mittelhessen begehen LGBT*I-Events schon seit einigen Jahren als regionale Kooperationen. Der CSD Mittelhessen ist dafür nur ein Beispiel von vielen.

In diesem Jahr hat sich ein breites Bündnis von Communityverbänden und Unterstützer*innen in Mittelhessen zusammengefunden um den Aktionstag in Marburg zu begleiten und zu verbringen.

Anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages gegen Homo- Bi- Inter- und Trans*feindlichkeit veranstaltet das Autonome Schwulenreferat im AStA Marburg, Vertretungsinstitution und Schutzraum für schwule und bisexuelle Studenten in der Student*innenschaft der Uni Marburg, einen Infostand von 12:00 – 14:00 Uhr in der Mensa am Erlenring.

Von 17:30 – 19:00 Uhr findet eine Kundgebung auf dem Marktplatz statt. Der Marktplatz wird anlässlich des IDAHOBIT* durch die Universitätsstadt Marburg beflaggt. Zudem wird es eine Luftballonaktion geben. Hierfür sei dem Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg gedankt. Ich möchte auch auf den kurzen Aufruf zur Kundgebung hinweisen:

„Das Jahr 2017 beginnt unter düsteren Vorzeichen. Regressive und antidemokratische Politiken gewinnen wieder mehr Gehör und die Gewalt gegen unterprivilegierte Menschen nimmt weltweit spürbar zu. Wenn es möglich ist, dass in der teilautonomen tschetschenischen Republik Russlands offen Pogrome an Schwulen ausgeübt werden, ohne dass das einen globalen gesellschaftlichen Aufschrei ergibt, wird sichtbar wie brüchig die „tolerante“ Gesellschaft ist.

Der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, und Trans*feindlichkeit erinnert an eine Geschichte des Kampfes gegen Pathologisierung, Stigmatisierung und Kriminalisierung von Schwulen, Lesben, Bisexuellen und Trans*gender. Die Communities machen sich sichtbar und setzen ein Zeichen gegen Diskriminierung und für eine respektvolle und solidarische Gesellschaft.

Aus diesem Grund hat sich ein breites Bündnis zusammengefunden um anlässlich des diesjährigen Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter-, und Trans*feindlichkeit (IDAHOBIT*) gemeinsam für eine bessere Gesellschaft zu werben. Marburg ist vielfältig, das wollen wir auch mit dem Steigenlassen von Luftballons bei der Kundgebung zeigen.“

Im Anschluss an die Kundgebung findet von 20:00 bis etwa 22:00 Uhr ein Vortrag mit anschließender Podiumsdiskussion im Safeway der AIDS-Hilfe Marburg e.V. statt. Die Veranstaltung trägt den Titel „GegenGesundheit. Der Streit um die Pathologisierung.“ Ich möchte ebenfalls hiermit auf den Veranstaltungstext hinweisen:

 

„Der Behinderten- und Trans*aktivist Milan Geldermann sieht sich innerhalb seiner politischen Hemisphären immer wieder mit Binnenabgrenzungen konfrontiert: Der Einsatz gegen die Pathologisierung von Schwulen, Lesben, Trans* und Inter hat in seinem Erleben eine Re-Stigmatisierung von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen zur Folge. Das Gegeneinanderstellen der Begriffe „Gesund“ und „Krank“ wertet Abweichungen von einer medizinischen Gesundheit ab, so Geldermann. In seinem Vortrag beim IDAHOT* möchte er über seine persönlichen Erfahrungen referieren und diese mit den emanzipatorischen Forderungen von Menschen mit Behinderungen und chronischen Erkrankungen sowie von LSBTI* kontextualisieren.

Wir freuen uns auf eine Podiumsdiskussion mit Peet Thesing, Milan Geldermann und Holger Kleinert.

Peet Thesing hat kürzlich eine feministische Kritik der Psychiatrie veröffentlicht. Thesing analysiert darin Grundbegriffe der Psychiatrie aus einer feministischen Perspektive. Wird Homosexualität wirklich nicht mehr als Krankheit betrachtet?

Holger Kleinert ist HIV-positiver Schwulenaktivist und Mitarbeiter der AIDS-Hilfe Gießen. Er ist Mitbegründer des hessischen HIV-Positivennetzwerks ProPlus Hessen und ein bekanntes Gesicht der LSBTI*-Communities in Mittelhessen, die ihm nicht zuletzt auch den mittelhessischen Christopher-Street-Day zu verdanken haben.“

Zu der Kundgebung und der Abendveranstaltung gibt es bereits bei Facebook Veranstaltungen, zu denen eingeladen werden kann. Sie sind hinter den folgenden beiden Links abrufbar:

https://www.facebook.com/events/809311385905063/

https://www.facebook.com/events/245669242504347/

Dem Aufruf zum Aktionsbündnis haben sich unter anderem folgende Gruppen angeschlossen:

Autonomes Schwulenreferat im AStA Marburg, AIDS-Hilfe Marburg e.V., AStA Marburg, Autonomes Schwulen Trans* Queer Referat Gießen, ProPlus Hessen, Autonomes FrauenLesben Referat Marburg, AIDS-Hilfe Gießen, CSD Lahn e.V., Gleichberechtigungsreferat der Universitätsstadt Marburg, Oberbürgermeister der Stadt Marburg, BFG Büro für Frauen und Gleichberechtigung Gießen, Margays e.V., Queerfeministisches Frauen*referat im AStA der JLU Gießen, Mittelhessen ist GEIL!, HESSEN IST GEIL!, AIDS-Hilfe Hessen e.V.

Die Printwerbung besteht aus einem Faltblatt und einem Poster und den hierin aufgeführten Inhalten. Erhältlich ist diese Werbung im AStA Marburg, in der AIDS-Hilfe Marburg und im Laufe der Woche auch in der AIDS-Hilfe Gießen. Über mögliche Ideen zur kreativen Beteiligung oder zum Vorbereiten von Bannern o.ä. im Vorfeld der Veranstaltung freue ich mich und stehe unterstützend gerne zur Verfügung.

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