Lesung zum IDAHOBIT: „Capriolen – die Männerfreundschaften des letzten hessischen Großherzogs Ernst Ludwig“

30.04.2018 |
Holger Kleinert
Großherzog Ernst Ludwig

„Capriolen“ – Lesung mit Barbara Hauck

Am 18.5.2018 um 19 Uhr

Rathaus Gießen, Kleiner Pausenraum

Berliner Platz 1, 35390 Gießen

 

Angesichts des diesjährigen IDAHOBIT* liest Barbara Hauck aus ihrem jüngsten Buch „Capriolen“. Darin beleuchtet sie anhand des letzten hessischen Großherzogs Ernst Ludwig (1868-1937) die Homosexualität unter dem unseligen § 175, der erst 1994 abgeschafft wurde, und wie die betroffene Oberschicht damit umging.

Auch wenn es gefährlich war, offen mit Homosexualität umzugehen, so fanden zu mindestens die Reichen ihre Mittel und Wege damit umzugehen. Zum einen benutzten sie ihr Personal und konnten darauf hoffen, dass dicht gehalten wird. Zum anderen konnten sie es sich leisten in andere Länder zu reisen, wo sie ihrer Lust frönen konnten. Was heute Gran Canaria,  Ibiza und Mykonos für den Schwulen Mann ist, war zu Ernst Ludwigs Zeiten die Insel Capri.

Barbara Hauck, eine Expertin für hessische Geschichte, versteht es hervorragend aus alten Aufzeichnungen und Tagebüchern einen Blick auf die erotischen Männerfreundschaften Ernst Ludwigs zu werfen: So schrieb er als 18-jähriger ein Gedicht über seinen geliebten Regimentskameraden Alexander von Frankenberg und Ludwigsdorf:

„Du weißt es nicht, wie ich dich liebe,

und wissend, würdest du‘s glauben nicht,

dass in mir wären solche Triebe,

wovon zu sprechen ich wage nicht.“

 

Noch heute können zahlreiche Personen aus Angst vor Ausgrenzung und Gewalt ihre sexuelle Orientierung oder -Identität nicht ausleben. Darauf machen wir auch am IDAHOBIT 2018 aufmerksam.

 

„Der IDAHOBIT, der Internationale Tag gegen Homo-, Bi-, Inter-, und Trans*feindlichkeit (englisch: International Day Against Homophobia, Biphobia, Interphobia and Trans*phobia) wird seit 2005 jährlich am 17. Mai von Homosexuellen und später auch Trans*-, Inter- und Bisexuellen als Aktionstag begangen, um Aufmerksamkeit auf die Diskriminierung und Bestrafung von Menschen hinzuweisen, die in ihrer sexuellen Orientierung oder Geschlechtsidentität von der Heteronormativität abweichen. Das Datum wurde zur Erinnerung an den 17. Mai 1990 gewählt, als die WHO beschloss, Homosexualität aus dem Diagnoseschlüssel für Krankheiten zu streichen. Im Unterschied dazu ist Trans*sexualität in dieser Klassifikation immer noch als psychische Störung eingestuft. Eine Änderung ist für 2018 vorgesehen.“ (Wikipedia)

„Capriolen“ – Lesung mit Barbara Hauck

 

Eine Veranstaltung von:

der Aidshilfe Gießen e.V.,

dem Büro für Frauen und Gleichberechtigung der Stadt Gießen,

dem BOOY Verlag

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