PrEP bald auch in HESSEN – Dank einer GEILEN Idee eines pfiffigen Apothekers

12.09.2017 | 
Björn Beck |

Dank der GEILEN Idee eines pfiffigen Apothekers aus Köln, wird die PrEP nun in sieben deutschen Großstädten verfügbar sein – für gut 50€.

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Henrik

19.08.2017 | 
Björn Beck |

Ein junger Mann meldete sich vor Kurzem bei uns und berichtete von seiner HIV-Infektion. Er sagte, er wolle sich engagieren, Menschen über HIV aufklären, sie für das Thema sensibilisieren und ihnen die Angst vor Menschen mit HIV nehmen. Er schrieb uns diesen sehr persönlichen Text, den wir nicht weiter kommentieren wollen. Er spricht für sich.

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Sex unter Nachweisgrenze – mit Pornostar Hans Berlin

17.08.2017 | 
Björn Beck |

Am Donnerstag, den 10.08.17 sprach der Pornostar Hans Berlin zu dem Thema „Sex unter Nachweisgrenze“ im Café KOZ im Studierendenhaus der Goethe-Universität. Sympathisch, witzig und ohne ein Blatt vor den Mund zu nehmen, brachte er den 50 Anwesenden seine Lebensgeschichte als HIV-Positiver und dem speziellen Umgang mit diesem Status in der schwulen Pornobranche näher.

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ChemSex – Die Lust im Rausch – und das Tief danach?

04.07.2017 | 
Björn Beck |

Am 21. Juni fand in Kassel, organisiert durch die AIDS-Hilfe Kassel e.V. und HESSEN IST GEIL!, in Kooperation mit dem schwul trans* queer Referat der Universität Kassel, ein Schwerpunktabend rund um die Thematik „Chemsex“ statt: Dem Konsum (il)legalisierter psychoaktiver Substanzen in sexuellen Kontexten, insbesondere in der MSM*-Szene.

Der Themenabend war Teil der seit 2012 bestehenden Filmreihe Queerfilm Kassel, welche sich zur Aufgabe gemacht hat unterschiedliche Lebenswelten von LGBT*I*Q sichtbar zu machen und auch anderen dem Stigma der Gesellschaft ausgesetzten Lebensrealitäten einen Raum zu geben. So fand auch die britische Dokumentation „Chemsex“ aus dem Jahr 2015 Eingang in die Filmreihe.

Die Filmvorführung wurde von einem Vortrag und einer abschließenden Diskussion gerahmt: Hierfür waren Björn Beck von HESSEN IST GEIL! und aus dem Vorstand der Deutschen AIDS-Hilfe, sowie Florian Winkler-Ohm der Kampagne ICH WEISS WAS ICH TU vor Ort. Orientiert an den Anliegen und Fragen des Publikums haben die beiden über Drogenkonsum in der MSM*-Szene berichtet. Hierbei gab es sowohl Raum für Diskussion über politische Haltungen gegenüber Drogenkonsument*innen, die von Repression und Ablehnung geprägt sind, als auch Informationen zu Safer Use-Praktiken und den biochemischen Wirkungen einzelner Substanzen. Im Fokus lag dabei, wie es auch in der Dokumentation „Chemsex“ der Fall ist, die besondere Wirkweise von Crystal Meth auf viele der Konsument*innen. Der Themenabend Chemsex ermöglichte so einen spannenden und niedrigschwelligen Austausch über Drogen, deren Risiken, aber auch Ängsten und Unsicherheiten im Umgang mit Drogenkonsument*innen.

Lust, Sex und Rausch sind untrennbar miteinander verbunden, denn guter Sex berauscht ja selbst auch. Um den Rausch noch zu steigern, oder Hemmungen zu senken, werden auch schon lange Substanzen genutzt, die den Spielraum erweitern. Relativ neu beobachten wir aber das Zusammenspiel von Methamphetamin (Crystal Meth) und schwulem Sex. Hier ist die Ausschüttung von Dopamin um ein Vielfaches verstärkt. Wenn man die Dopamin-Ausschüttung im Gehirn bei gutem Sex mit zehn Einheiten gleichsetzt, kann man den Rausch nach dem intravenösen Konsum von Crystal Meth mit etwa zwei Millionen Einheiten (nach aktuellen Studien von Suchtmedizinern) verorten. So wird der Sex ohne Chems schnell als langweilig erlebt und es baut sich eine fast untrennbare Verbindung auf.

Diese Verbindung wieder zu lösen, nach etwa eineinhalb Jahren Konsum, hat Florian einige Kraft gekostet. Regulär findet heute bei den meisten Crystal Meth-Konsument_innen zumeist ein stationärer Entzug statt, der über mehrere Monate angelegt ist. Dabei findet in vielen Fällen auch ein direktes Lösen aus dem Umfeld der Abhängigen statt, um die Rückfallquote zu minimieren.

Florian berichtete, dass er auf diese stationäre Variante verzichtet hat und sich – analog dem Modell im Film Chemsex – für einen durch einen Therapeuten begleitenden Entzug entschieden hat. Einmal wöchentlich besucht er die Therapie, welche insbesondere das Ziel hat die drogenfreien Zwischenräume zu vergrößern. Inzwischen verspürt er keine Lust mehr auf neuen Konsum von Crystal Meth. Gleichzeitig bleibt – analog Alkoholerkrankungen – die Herausforderung diesen Zustand stetig aufrecht zu erhalten.

HESSEN IST GEIL! bietet in verschieden Veranstaltungen Information zum Thema Substanzgebrauch. „ChemSex ist ja nicht nur Crystal Meth und fängt eigentlich schon bei Alkohol, Poppers und den bekannten blauen (oder grünen) Ständerpillen an“, sagt Björn von HESSEN IST GEIL! „Und auch hier müssen wir schon aufpassen, was wir zusammen einwerfen – nicht alles verträgt sich miteinander.“
Dabei geht es nicht darum Substanzkonsum zu verdammen, sondern Gesundheitsrisiken und Wechsel- und Nebenwirkungen zu minimieren. „So viel Spaß wie möglich, bei so wenig Schaden wie möglich.“

Zu den verschiedenen Substanzen, Anwendungsformen und Neben-/Wechselwirkungen wird es in Kürze noch eine Fülle von Informationen und auch Material geben.

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Die „Ehe für alle“ kommt. Was heisst das jetzt?

29.06.2017 | 
Björn Beck |

Der Bundesrat hat in seiner 936. Sitzung am 25. September 2015 einen Gesetzentwurf der Länder Rheinland-Pfalz, Baden-Württemberg, Schleswig-Holstein, Thüringen, Brandenburg, Bremen, Hamburg, Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen zur Öffnung der Ehe in den Bundestag einzubringen. Nach dem Lebenspartnerschaftsgesetz von 2001 gab es außerdem 2013 einen Gesetzentwurf (Drucksache 196/13) zur „Einführung des Rechts auf Eheschließung des gleichen Geschlechts“ aus dem Bundesrat, der aber im Bundestag nie beschlossen wurde.

Seit dem Beschluss des Bundesrats hat die Regierungskoalition aus CDU, CSU und SPD diesen Gesetzentwurf im Bundestag nur in erster Lesung beraten lassen und dann im Rechtsausschuss ganze 30 Mal vertagt und so die Befassung des Ausschusses so blockiert. Der Entwurf konnte so nicht im Bundestag final beraten und verabschiedet werden. Das Gleiche geschah mit zwei weiteren Gesetzentwürfen der Grünen und der Linken im Bundestag.

Was Ändert dieses Gesetz?

Im Gesetzentwurf des Bundesrates sind einige Änderungen anderer Gesetze zusammengefasst. Der erste Artikel befasst sich mit der Änderung einiger Paragraphen des Bürgerlichen Gesetzbuches. Dort soll es in Zukunft beispielsweise lauten: „Die Ehe wird von zwei Personen verschiedenen oder gleichen Geschlechts auf Lebenszeit geschlossen.

Wer bereits eine Lebenspartnerschaft eingegangen ist, kann diese in eine Ehe umwandeln lassen, dazu heisst es im Gesetzentwurf: „Eine Lebenspartnerschaft wird in eine Ehe umgewandelt, wenn zwei Lebenspartnerinnen oder Lebenspartner gegenseitig persönlich und bei gleichzeitiger Anwesenheit erklären, miteinander eine Ehe auf Lebenszeit führen zu wollen. Die Erklärungen können nicht unter einer Bedingung oder Zeitbestimmung abgegeben werden. Die Erklärungen werden wirksam, wenn sie vor dem Standesbeamten abgegeben werden.

Das bedeutet also, dass die Paare nochmals zum Standesamt gehen müssen und gemeinsam diese Umwandlung in eine Ehe erklären. Sehr wahrscheinlich wird das dann auch wieder eine Verwaltungsgebühr kosten, wir haben dann also für unsere Ehen doppelt bezahlt – ohne die Wartezeit und das politische Kämpfen für die gleichen Rechte.

Wann ist es endlich soweit?

Das Gesetz tritt „am ersten Tag des dritten auf die Verkündung folgenden Monats“ in Kraft. Diese dreimonatige Frist soll den Ständesämtern die Vorbereitung auf die Eheschließungen ermöglichen.

Allerdings müssen davor noch einige Prüfungen und Unterschriften geleistet und das Gesetz muss im Bundesgesetzblatt veröffentlicht werden. Wenn also das Gesetz morgen, am 30. Juni beschlossen wird, muss sich noch der Bundesrat mit dem Gesetz befassen. Die nächste Sitzung ist am 7. Juli. Es braucht außerdem noch eine Prüfung durch das zuständige Ministerium und die Unterschrift des Ministers. Die wird Justizminister Heiko Maas aller Wahrscheinlichkeit nach zügig leisten. Danach muss noch die Bundeskanzlerin unterschreiben.

Anschließend geht das Gesetz ans Bundespräsidialamt. Dort findet eine „formelle und materielle“ Prüfung des Gesetzes statt, also auf die Rechtmäßigkeit (ob das Gesetz nach den Verfahrensregeln des Grundgesetzes zustande gekommen ist) und ob das Gesetz mit den übrigen Vorschriften des Grundgesetzes und den Grundrechten im Einklang steht. Das nimmt im Durchschnitt zwei bis drei Wochen in Anspruch.

Wenn also der Bundespräsident seine Unterschrift geleistet hat und das Gesetz bis zum 31.7. veröffentlicht wäre, können alle ab dem 1. November eine Ehe eingehen, oder die Lebenspartnerschaften umwandeln lassen.

Was passiert mit dem Lebenspartnerschaftsgesetz?
Das Lebenspartnerschaftsgesetz wird mit der Öffnung der Ehe abgeschafft. Lebenspartnerschaften können ab dem Inkrafttreten der Eheöffnung nicht mehr geschlossen werden.

Was das Gesetz nicht verändert, ist die gesellschaftliche Realität und die weiter bestehende Ausgrenzung und Diskriminierung von LSBT*IQ-Menschen. Der Kampf für Akzeptanz und gegen Ausgrenzung wird also weitergehen. Wir freuen uns, wenn ihr eure Euphorie und Power in einer Organisation in eurer Nähe einsetzt und mithelft ein diskriminierungsfreies Miteinander zu erreichen.

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