HIV-Test

Will ich’s wirklich wissen oder lass ich’s lieber sein?

Diese Frage stellt sich vielen von uns immer wieder, wenn es um den HIV-Test geht!

Dafür, sich auf HIV hin testen zu lassen, spricht vor allem, dass die heutigen Behandlungsmöglichkeiten nur dann voll greifen können, wenn rechtzeitig damit begonnen wird. Ein erheblicher Anteil der Infektionen mit HIV in Deutschland wird aber erst zu einem sehr späten Zeitpunkt entdeckt. Um sich einen Abwehrschaden zu ersparen, den man nicht mehr vollständig rückgängig machen kann, sollte man sich daher am besten in Abständen testen lassen, z.B. einmal im Jahr.

Trotz der medizinisch deutlich verbesserten Situation wird ein positives Testergebnis häufig als schwerwiegender Lebenseinschnitt empfunden. Wenn man sich nicht in der Lage fühlt, ein positives Testergebnis zu verkraften, kann es auch sinnvoll sein, mit dem Test zu warten. Hilfreich ist es, wenn man vertraute Leute hat, mit denen man darüber sprechen kann und die davon wissen, dass man den Test machen lässt.

Sinnvoll ist ein HIV-Test vor allem dann, wenn dein letzter Test schon länger zurückliegt oder du noch nie einen gemacht hast.

Neben den Behandlungsmöglichkeiten kann ein Test auch sinnvoll sein, um eine nagende Ungewissheit zu beenden oder wenn man einen festen Sex/Partner hat und auf Kondome verzichten möchte. Einen solchen “Paar- oder Beziehungstest”, der sehr verbreitet ist, solltet ihr aber erst machen, wenn ihr sicher seid, dass ihr beide seit 3 Monaten keine Ansteckungsmöglichkeiten hattet. Wir empfehlen euch, dann aber auch darüber zu sprechen, wie ihr mit Sex außerhalb der Beziehung umgehen wollt. Falls es bei einem von euch zu einem Ansteckungsrisiko kommt, solltet ihr erstmal wieder auf Kondome zurückgreifen. Die Frist von 3 Monaten, beginnend von der letzten Ansteckungsmöglichkeit, sollte man beim HIV-Test immer beachten, wenn man sich sicher sein will, auch aktuell nicht positiv zu sein.

Wir erleben immer wieder, dass Leute meinen, der Test an sich würde irgendwie schützen. Das leistet er aber leider nicht. Wenn man eine Ansteckung mit HIV vermeiden will, kommt man in aller Regel beim Analverkehr um das Gummi nicht herum.

Das eigene negative HIV-Testergebnis bietet dir für die Zukunft keinerlei Schutz. Ein negatives HIV-Testergebnis heißt auch nicht, dass du kein Risiko hattest oder dass die bisherigen (Sex)Partner kein HIV gehabt haben können. Das gilt auch für deinen aktuellen Partner, falls du gerade in einer Beziehung lebst.

Wo gibt es den Test und wie läuft das ab?

Es gibt eine Vielzahl von Möglichkeiten, sich auf HIV hin testen zu lassen. Wir empfehlen, dies bei den Gesundheitsämtern oder den AIDS-Hilfen zu tun. Zum einen sind die dortigen Angebote recht kostengünstig (7,50 – 10 Euro), sie bieten euch aber auch Anonymität und die Möglichkeit eines Vorgesprächs, das wir euch empfehlen. In dem Gespräch kann es um eine Einschätzung der Wahrscheinlichkeit gehen, sich mit HIV angesteckt zu haben oder auch um eine Beschäftigung mit den möglichen Folgen einer HIV-Ansteckung z.B. hinsichtlich Gesundheit, Sexualität und Beziehung.

Testverfahren

Es gibt eine Reihe verschiedener Testverfahren, mit denen sich eine  Ansteckung mit HIV feststellen lässt.

Üblich ist es, zunächst einen sog. Suchtest durchzuführen. Dazu wird  Blut aus der Vene entnommen und im Labor untersucht. Wenn das Ergebnis  negativ ist, hat bis 12 Wochen vor der Blutentnahme keine Ansteckung mit HIV stattgefunden.

Im Falle eines positiven Ergebnisses wird in der  Regel im Anschluss mit der gleichen Blutprobe ein Test durchgeführt, der auf HIV hin zielgerichteter ist. Nur im Fall einer Bestätigung des positiven Suchtests, ist die Infektion bewiesen. Meist kann man HIV mit diesem Verfahren zwar auch schon wenige Wochen nach einer Ansteckung nachweisen, weil ein negatives Ergebnis dann aber umgekehrt noch keine Sicherheit bietet, empfiehlt es sich die 12 Wochen abzuwarten.

Ähnlich ist das Verfahren beim sog. Schnelltest. “Schnell”bedeutet aber nur, dass das Ergebnis schnell vorliegt (ca. 20 min nach der Blutentnahme). Außerdem benötigt man nur eine kleine Menge Blut aus der Fingerkuppe.

Diese Vorteile gegenüber dem oben beschriebenen Verfahren hat man aber bloß dann, wenn das Ergebnis negativ ist. Im Falle eines positiven Ergebnisses benötigt man zur Bestätigung wieder Blut aus der Vene und muss ggf. ein paar Tage auf das Ergebnis warten. Eine solche Zitterpartie kann ziemlich belastend sein.

 

Eine aktuelle Liste anonymer HIV-Tests in Hessen findet Ihr über die kleine Suchmaschine auf den Seiten der AIDS-Hilfe Hessen. Erste drei Stellen Eurer PLZ eingeben und los geht’s.

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Beiträge zum Thema HIV-Test

AIDS-Hilfe Darmstadt e.V.

13.12.2014 |
Björn Beck

Die AIDS-Hilfe Darmstadt ist ein Angebot des öffentlichen Gesundheitssystems. Das Team um Geschäftsführerin Uschi Linn bietet Hilfe zur Selbsthilfe: Durch die gezielte Setzung von Schwerpunkten in der psychosozialen Beratung erhältst du hier Informationen rund um Prävention, Verhütung, Sexualaufklärung und Wissenswertes…

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AIDS-Hilfe in Gießen & Marburg

Die AIDS-Hilfen in Gießen und Marburg bestehen jeweils bereits seit vielen Jahren und erweisen mit ihren Präventions-, Beratungs- und Betreuungsangeboten ihren Zielgruppen einen Dienst von unschätzbarem Wert: von anonymer und persönlicher (Telefon-)Beratung bezüglich HIV/AIDS, über anonyme HIV-Tests und psychosoziale Begleitung…

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Wie in anderen AIDS-Hilfen, hat sich auch der Schwerpunkt der Arbeit der Offenbacher AIDS-Hilfe gewandelt. Auch wenn die Medizin HIV heute nach wie vor nicht heilen kann, hat sie doch wirksame Mittel gefunden, um das Leben von Menschen mit positivem…

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Gesundheitsamt Gießen

03.12.2014 |
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Plagt einen bereits über längere Zeit ein Wehwehchen (oder auch eine ernstlichere Erkrankung), ist man meist geneigt, ärztliche Hilfe in Anspruch zu nehmen. Um dieses Szenario zu vermeiden oder zumindest weniger wahrscheinlich zu machen, mag sich der Gang zum Gesundheitsamt Gießen…

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