Beiträge zum Thema Emanzipation

Alte Wunden heilen (Stephan Urbach)

22.06.2020 | 
Björn Beck |

1996. Ich lebe auf dem Land und will seit Jahren sagen, dass ich Männer toll finde. In diesem Jahr sage ich es. Ich bin 15 und allein. Klar, man hat nix gegen Schwule – es ist halt nur so ein Schimpfwort auf dem Schulhof. „Schwule sind etwas Schlechtes“ ist das, was bei mir ankommt. Da ich schwul bin, bin ich also etwas Schlechtes.

In der Schule bekamen wir nur die Information, dass es Homosexualität gab, dass inzwischen keiner mehr dafür ins Gefängnis ging und dass man Schwule nicht diskriminierte. Über Lesben, Trans* und Inter-Menschen erfuhren wir damals nichts. So richtig hatte ich noch nicht verstanden, was „schwul“, was „queer“ bedeutet. LGBTQI* sagte mir noch nichts. Die Regenbogenfahnen kannte ich nur als „Friedensfahne“.

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Schwule Einsamkeit

18.12.2017 | 
Björn Beck |

Der Berliner Philosoph Christopher Izgin zeigt bei einem Vortrag mit anschließender Diskussion des Autonomen Schwulenreferats Marburg auf, dass Diskriminierung und Gewalterfahrungen krankmachen können – körperlich wie seelisch.

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Alte Strukturen aufbrechen

07.12.2017 | 
Björn Beck |

Gesellschaftlich konservative Normen wieder anprangern

In der Marburger AIDS-Hilfe ging es bei einer Podiumsdiskussion am Nikolaustag vor allem um das verstaubte Konstrukt der Ehe und den Dissens zwischen „Ehe für alle“ und emanzipatorischer Queer-Bewegung.

Von Yannic Bakhtari

Marburg. War’s das jetzt? „Ehe für alle“ durchgesetzt und Diskriminierung von queeren Menschen hört mit einmal auf? Nein, denn die Ehe bleibt, egal für wen, zutiefst konservativ, sagen die Teilnehmer*innen der Podiumsdiskussion „Ehe für alle – war’s das?“.

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Zwischen Trauerflor und Federboa. Eine Reflexion.

06.12.2017 | 
Björn Beck |

Wenn wir über AIDS in den 90er Jahren sprechen, kommen wir nicht umhin uns mit Trauer und Kulturen des Trauerns innerhalb unserer Communities auseinanderzusetzen. Die AIDS-Krise hat aus der Vereinzelung der Erfahrung von Tod und Sterben in der eigenen sozialen Umwelt eine kollektive Erfahrung der Schwulen gemacht, die bis zum heutigen Tage das Bild unserer Szenen wesentlich prägt. Sie hat die Communities damit konfrontiert, dass die soziale Akzeptanz ihrer Lebenswirklichkeiten durch die heterosexuelle Mehrheitsgesellschaft auf einem brüchigen Fundament steht. Einem, das jederzeit zu erodieren droht.

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IDAHOBIT* 2016 – Mittelhessen geht steil!

15.05.2016 | 
Björn Beck |

Es ist wieder so weit! Zum jetzt elften Male findet am 17. Mai 2016 der „Internationale Tag gegen Homo-, Trans*- und Bi*phobie“, kurz: IDAHOBIT*, statt. Es ist ein Tag zum Resümieren, ein Tag zum Innehalten, und auch ein Tag um laut zu sein, Gesicht zu zeigen und für eine gerechtere Gesellschaft zu kämpfen.

Die schwule Emanzipationsbewegung hat in den vergangenen Jahrzehnten augenscheinlich fast alles erreicht. Manche meinen sogar, es gebe nur noch den letzten Schritt zur rechtlichen Gleichstellung der Homosexuellen mit den Idealen der Heterosexuellen und ihrer Ehe zu erkämpfen. Dabei vergessen wir zu oft die Konsequenzen dieser Politiken:

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