Sperma – schlucken oder spucken?

07.05.2019 |
Björn Beck

Ob allein oder zu zweit, als Mann endet die Lust meist mit einer Ladung Sperma. Beim einen landet es auf dem Bauch, der Brust oder sogar im Gesicht, beim anderen in Taschentüchern oder in der Dusche. Die einen lieben es, die anderen nicht so. Über die Funktion wissen wir seit dem Aufklärungsunterricht in der Schule ganz gut Bescheid und deshalb will ich hier auch gar nicht weiter darauf eingehen.

Da der männliche Orgasmus meist mit dem Abspritzen verknüpft ist, ist dieser Saft bedeutungsvoll aufgeladen  – ob das wirklich immer so sein muss, ist nochmal ein anderes Thema. So wird die Menge und Spritzweite in Verbindung mit der Intensität und Qualität des Orgasmus gebracht und damit als sichtbarer Qualitätsbeweis für guten Sex. Dabei hat das nicht unbedingt etwas miteinander zu tun.

Die Durchschnittliche Menge pro Ejakulation liegt bei etwa 3-4 Millilitern und hängt eher davon ab, wie viel am Tag vorher getrunken wurde und wie lange es bis zum Orgasmus dauerte, oder wie oft kurz vor dem Orgasmus abgebrochen wurde, um weiterzumachen – ‚edging‘ also. Dabei werden die Cowperschen Drüsen besonders angeregt, die den ‚Vorsaft‘ oder ‚precum‘ produzieren.

Spannend ist aber die Zusammensetzung: Die Samenflüssigkeit aus den Samenbläschen und der Prostata, und Anteile aus den Cowperschen Drüsen und den (Neben-)Hoden. Einige haben vielleicht schon gelesen, dass Sperma gesund sei und Vitamin C enthalte, das stimmt auch, zeigt aber vor allem, dass sich die Zusammensetzung und auch der Geschmack mit Ernährungsgewohnheiten verändern lässt. Ananas macht das Sperma süßer, Alkohol und Tabak eher bitter. Und auch Stress wird sich negativ auf den Geschmack aus.

Was viele nicht wissen: Sperma enthält Hormone und Botenstoffe wie Noradrenalin,  Dopamin, Oxytocin und Beta-Endorphin. Und wie wir wissen: Endorphine machen glücklich. Da ist es nicht verwunderlich, dass Sperma möglicherweise auch eine antidepressive Wirkung hat, wie eine Forscherin aus den USA herausgefunden hat. Leider wurde bisher nur die vaginale Aufnahme untersucht. Wer dazu also ein bisschen forschen will, hätte hier ein spannendes Feld.

Soweit die guten Eigenschaften. Sperma kann aber auch HI- oder Hepatitis-B-Viren enthalten. Oral besteht bei HIV zumindest kein Infektionsrisiko, wenn keine akut blutende, entzündliche Wunde im Mund vorliegt – aber wer will bei einer solchen Entzündung schon einen Penis im Mund haben oder seinen reinstecken?

Wer schon mal in der heißen Badewanne abgespritzt hat, weiß, dass Sperma durch die Eiweiße darin bei Hitze schnell gerinnt und klumpt. Wenn es auf die Klamotten kommt, solltet ihr beim Waschen einen Fleckenlöser für Eiweiße hinzugeben.

Am Ende bleibt es Geschmackssache 😉 Wenn ihr aber noch Fragen habt, könnt ihr euch gerne über Facebook, Twitter oder Instagram melden.

Liebe Grüße, Euer Björn


*dieser Artikel erschien in der Mai-Ausgabe des Lustblättchens

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