Archiv der Kategorie: HESSEN

HIV-Test: Schutzraum für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern (MSM) haben

Seit Jahresbeginn wurde das mittelhessische Test-Angebot erweitert. Das Projekt „MITTELHESSEN IST GEIL“ hat schon in den Jahren zuvor speziell für schwule Männer ein HIV-Testangebot bereitgehalten. Insbesondere weil MSM in Deutschland zur größten Hauptbetroffenengruppe für HIV und STI gehören, fand bisher im Wechsel zwischen den beiden mittelhessischen Aidshilfen in Gießen und Marburg genau für diese Gruppe an den Dienstagen statt.

Das Projekt ist inzwischen so erfolgreich, dass es auch zunehmend von Menschen, die nicht zur Zielgruppe gehören, wahrgenommen wurde. Da Sexualität zwischen Männern aber immer noch sehr stark abgewertet wird und sich zudem in Mittelhessen zunehmend Menschen eingefunden haben, die wegen ihrer (Homo)Sexualität aus ihren Heimatländern fliehen mussten, fanden wir es unabdingbar dem Wunsch nachzukommen, hier einen besonderen Schutzraum für Tests zu bieten.

Aidshilfe Gießen e.V.

jeden 2. und 4. Dienstag eines Monats

von 17 – 19 Uhr, Diezstr. 8

NUR FÜR SCHWULE und andere MSM an.

Es wird an diesen Tagen streng darauf geachtet, dass dieser Schutzraum respektiert wird!

 

In der Aidshilfe Marburg e.V.

findet der Test vornehmlich für Schwule und andere MSM

an jedem 1. und 3. Dienstag eines Monats

von 18:00 – 19:30 Uhr, in der Bahnhofstr. 27 statt.

 

 

Test-Angebote für ALLE bietet die Aidshilfe Gießen e.V. an folgenden Orten an:

Praxis-Dilltal

Stegwiese 27a, 35630 Ehringshausen

Montags von 16 -18 Uhr

Raum 2.08, 2. Stock

In Kooperation mit dem LDK und der Praxis Dilltal

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Hans-Peter Hauschild-Haus

Diezstr. 8, 35390 Gießen

1., 3. und 5. Dienstag von 17 – 19 Uhr

Erdgeschoß

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Gesundheitsamt Friedberg

Europaplatz, 61169 Friedberg

Donnerstags von 16 – 18 Uhr

Raum 187a

In Kooperation mit dem Wetteraukreis

PINK UP MY CHRISTMAS im KFZ Marburg

PINK UP MY CHRISTMAS im KFZ Marburg

Weihnachten – das Fest der Liebe, der Leberwerte und der Lastschriften.

Doch in diesem Jahr wird alles anders! 2017 kann das Fest für uns alle zum
Wirtschaftswunder werden: Lifestyle-Coach Malte Anders setzt in seiner einzigartigen
Weihnachts-Show selbst dem härtesten Weihnachtsverweigerer die rosarote Brille auf
und verspricht glühende Landschaften durch „homosexuelle Kaufkraft“!

Während draußen die Temperaturen fallen, erwärmt Malte in seiner kabarettistischen
Marketingshow die Gemüter seiner Zuschauer und rollt das Fest von hinten auf:
Was machen Maria und Josef beim Scheidungsanwalt?
Was tun bei chronischer Santaclausophobie? Wie viel PS hat ein Rentier?
Und was hat ein schwuler Weihnachtsmann im Sack?

Ob Krippenspiel, Baumsuche oder Verwandtenbesuch: Malte brezelt das Fest ganz neu auf
und findet auch in den staubigsten Tradition den ganz großen Nutzen für das Allgemeinwohl.
Vergessen sie alte Weihnachtstraumata und lassen Sie sich von Malte Anders in
Weihnachtsstimmung befördern. Ein Programm, das unser Land wirtschaftlich nach
vorne bringen wird und von dem nicht nur Ihre Lachmuskeln profitieren!
Und eins ist sicher: In diesem Jahr hängt wieder mehr Lametta am Baum!

Termin:
12. Dezember 2016
Im KFZ Marburg
Biegenstraße 13, 35037 Marburg

Beginn 20:30 Uhr
Einlass 20 Uhr

Eintritt: 8 Euro zzgl. VVK

Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 30.10.2016

Für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung

Aufruf zur Demonstration und Kundgebung am 30.10.2016

Das „Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung“, ein Bündnis aus über 50 Vereinen und Initiativen aus Wiesbaden und Rhein-Main, tritt für die Akzeptanz der Mannigfaltigkeit von Lebensweisen in Hessen und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ein. Das Land Hessen hat im September 2016 einen Lehrplan in Kraft gesetzt, der die Verschiedenheit und Vielfalt von Geschlecht und sexueller Orientierungen anerkennt und diesen Unterschieden mit Wertschätzung begegnet. Diese emanzipatorische und freiheitliche Aufklärung befürwortet das Bündnis, denn sie befähigt junge Menschen bei ihrer sexuellen Identitätssuche Selbst-und Fremdverletzungen zu vermeiden, Selbstbewusstsein zu entwickeln und unerwünschten Übergriffen ein deutliches „Nein“ entgegenzusetzen.

Zur Unterstützung von Akzeptanz und Vielfalt gegen Diskriminierung und Ausgrenzung ruft das Bündnis am 30.10.2016 zu einer Demonstration vom Wiesbadener Hauptbahnhof zum Dernschen Gelände mit anschließender Kundgebung auf. Die Demonstration beginnt um ca. 11 Uhr. Neben Redebeiträgen gibt es ab 12 Uhr auf dem Dernschen Gelände ein buntes musikalisches Rahmenprogramm.

Das Bündnis stellt sich entschlossen gegen die sogenannte „Demonstration für Alle“ (DfA), die den öffentlichen Raum am 30.10. in Wiesbaden einnehmen will. Die DfA lehnt die Sexualaufklärung in der Schule strikt ab. Die Organisator_innen der DfA wollen zurück in die 1950er-Jahre, als sich alles dem traditionellen Familienbild unterzuordnen hatte. Die DfA mobilisiert mittels gezielter Desinformation und Vorurteilen gegenüber Lesben, Schwulen, Bi und Trans*. Dem Aufruf der DfA folgen mittlerweile auch zahlreiche extrem rechte und neonazistische Gruppierungen.

Das Bündnis für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung tritt dem entschieden entgegen. Manuel Wüst, Vorsitzender von Warmes Wiesbaden und Mitglied des Bündnisses meint dazu: „Wir stehen nicht nur am 30.10. für eine offene Gesellschaft ein, in der Menschen einander respektieren und akzeptieren. Demokratie und menschliches Miteinander bauen auf dieser Basis auf. Aus diesem Grund ist ein gesellschaftlicher Rückschritt um Jahrzehnte nicht akzeptabel. Wir stellen uns gegen die gezielte Panikmache und erneuerte Vorurteile und werben für die Akzeptanz verschiedenster Lebensweisen. Wiesbaden ist vielfältig, dies werden wir am 30.10. beweisen.“

Weitere Informationen: www.ihr-seid-nicht-alle.de

Kontakt: Warmes Wiesbaden e. V., Breslauer Straße 17, 65203 Wiesbaden, warmeswiesbaden@googlemail.com

 

Mitglieder des Bündnisses für Akzeptanz und Vielfalt – gegen Diskriminierung und Ausgrenzung: AG LesBiSchwule Lehrer_innen in Hessen · AIDS-Hilfe Darmstadt e.V. · AIDS-Hilfe Frankfurt e.V. · AIDS-Hilfe Wiesbaden e.V. · Aktive Museum Spiegelgasse für Deutsch-Jüdische Geschichte in Wiesbaden e.V. · AKU – Arbeitskreis Umwelt · Wiesbaden · Antifaschistische Bildungsinitiative e.V. · AStA Hochschule RheinMain Chaos Computer Club Mainz/Wiesbaden · CSD Köln – Demo Team · Die Uferlosen e.V. · DFG-VK Mainz · DGB Jugend Südhessen · DGB Kreisverband Wiesbaden Rheingau-Taunus Die Bunte Nummer Wiesbaden · ERMIS-Frankfurt · Fachbereich Sozialwesen · der Hochschule RheinMain · Flüchtlingsrat Wiesbaden · Freundeskreis Frankfurter Engel gbs Mainz/Rheinhessen e.V. · Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft · Kreisverband Wiesbaden-Rheingau · Grüne Jugend Hessen · Hessen ist Geil! · Hessisches Staatstheater Wiesbaden · ILSE Gruppe Mainz-Wiesbaden (Initiative Lesbisch-Schwuler Eltern) · Infoladen linker Projekte, Wiesbaden · Jusos Hessen-Süd · Kreativfabrik Wiesbaden e.V. · Kreisverband Bündnis 90/Die GRÜNEN Frankfurt · Kreisverband Bündnis 90/Die GRÜNEN Wiesbaden · Kreisverband Die LINKE. Mainz/Mainz-Bingen · Kreisverband Die LINKE. Wiesbaden · Kreisverband PIRATEN Wiesbaden · Kritische Intervention Wiesbaden · Kulturzentrum Schlachthof Wiesbaden e.V. · LAG Die LINKE.queer Hessen · Landesfrauenrat Hessen · Landesverband Hessen Bündnis 90 / die Grünen · LBSK e.V. · linksjugend [´solid] Wiesbaden · LSU – Lesben und Schwule in der Union, Landesverband Hessen · LSVD Landesverband Hessen · LSVD Rheinland-Pfalz · NoFragida · our generation e.V. · Phenomenelle.de · pro familia Landesverband Hessen · pro familia Wiesbaden · Projekt 100% Mensch · PROUT AT WORK · QKreativgesellschaft · Queer Hanau e.V. · QueerNet Rheinland-Pfalz · REBELL Wiesbaden · Rosa Lüste · SCHLAU Frankfurt · SCHLAU Mainz · SCHLAU Wiesbaden · sensor Wiesbaden · SPD Kreisverband Wiesbaden · SPD-Landesverband Hessen · Stadtschüler*innenrat Wiesbaden · VelsPol Hessen e.V. · Vielbunt e.V. · Warmes Wiesbaden e.V. · Wiesbadener Bündnis gegen Rechts

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Demoaufruf CSD Mittelhessen 2016 in Wetzlar

(von Tarek Shukrallah)
Der offizielle Demoaufruf zum Christopher-Street-Day 2016 in Wetzlar.

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Auch heute, im Jahr 2016, ist es wichtig, durch eine Demonstration auf die Missstände in unserer Gesellschaft aufmerksam zu machen, und durch eine Demonstration unseren Forderungen Bedeutung zu schenken.

In den letzten Jahren hat sich viel getan, die Ehe für Alle ist in vielen Ländern zur Realität geworden und die Adoptionsrechte für lesbische und schwule Paare haben sich auch in unseren Nachbarländern verbessert. Trotzdem stehen Deutschland, als auch viele weitere Länder, bei unseren Rechten in einem Stillstand und entwickeln sich nicht weiter.

Deswegen fordern wir…

.. die selben Rechte für jeden. Die Diskriminierung von LGBT*IQA Personen ist in Deutschland noch immer trauriger Alltag. Es gibt zahlreiche Beispiele, wie sich diese zeigt:

Der Artikel 3 des Grundgesetzes sagt aus, dass niemand aufgrund seines Geschlechts, seiner Abstammung, Rasse, Sprache, Heimat und Herkunft, seines Glaubens und seiner religiöser und politischer Anschauung benachteiligt oder bevorzugt werden darf. Des weiteren dürfen Menschen mit Behinderung nicht wegen ihrer Behinderung diskriminiert werden. LQBT*IQA Personen werden nicht explizit vor Diskriminierung geschützt.
In vielen Ländern werden homosexuelle Lebensweisen strafrechtlich verfolgt. Diese Strafen fallen in unterschiedlichsten Formen aus und reichen von der Einschränkung der Meinungsfreiheit, über Geldstrafen oder langjährigen bis lebenslangen Gefängnisstrafen, bis hin zur Todesstrafe.
Transsexualität und Intersexualität werden bei der Weltgesundheitsorganisation WHO noch immer als Krankheiten angesehen.

Wir fordern, dass LGBT*IQA Personen die selben (Menschen-)Rechte zu stehen, wie allen anderen Personen auch!

.. die Ehe und des Adoptionsrechts für Alle. Wir wollen eine vollständige Gleichstellung mit heterosexuellen Paaren, es dürfen aufgrund der sexuellen Identität kein minderen Rechte gelten. Wir fordern die Öffnung der Ehe, den Zugang zur Reproduktionsmedizin, als auch den vollständigen Zugang zur gemeinsamen Adoption.

… Aufklärung in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen. Das Wort „schwul“ wird schon vom Kindesalter an als Schimpfwort benutzt und damit mit etwas negativen assoziiert. Wir müssen anfangen, Kinder schon im Schulalter aufzuklären. Das bedeutet, LQBT*IQA Lebensweisen in Schulbüchern darzustellen, in Unterrichtseinheiten darüber zu sprechen, und diese altersgerecht in den Lehrplan aufzunehmen.

… Sichtbarkeit unterschiedlichster Lebensweisen in allen Lebenslagen. Nach wir vor werden in den Medien überwiegend junge, weiße, gender-konforme Männer gezeigt, wenn es um die Repräsentation von Homosexualität geht. Nur in selten Fällen werden lesbische oder bisexuelle Frauen, bisexuelle Männer oder LQBT*IQA Personen of Color verstärkt im Fernsehen gezeigt. Gemeinsam müssen wir darauf aufmerksam machen, dass unsere Community aus vielen verschiedenen Formen und Farben besteht und alle das selbe Recht auf Darstellung verdienen.

… das Personen, die in ihren Herkunftsländern aufgrund ihrer sexuellen Identität verfolgt werden, ein Asylrecht zusteht, auch wenn diese Länder fälschlicherweise als „sichere Herkunftsländer“ eingestuft wurden. LQBT*IQA Refugees sollten in Deutschland über sicheren Wohnraum verfügen, der sie vor weiterer Diskriminierung schützt. Außerdem sollten allen Flüchtlingen der Zugang zu medizinischer und psychologischer Hilfe zustehen.

Unterstützt uns und setzt ein Zeichen für Toleranz, Gleichberechtigung und Vielfalt bei der Demonstration zum diesjährigen CSD Mittelhessen um 12:00 Uhr am Schillerplatz in Wetzlar.

Warum „straightacting“ gefährlich ist

„Straightacting“ oder „heterolike“ sind Begriffe, die immer häufiger in Online-Profilen schwuler Männer  zu lesen sind. Sie sollen beschreiben, wie männlich und stark der Inhaber des Profils doch ist.

Nun, wir sind schwul und diese männlichen Attribute sollten damit klar Bezugspunkte unserer körperlichen Anziehung sein, aber so stereotypisch?!

Es wertet aber  die Männer ab, die scheinbar weniger männlich sind. Ab- und Aufwertungen von Menschen sind leider Alltag, aber gerade wir sollten in der LSBT*IQ-Community sollten doch eigentlich wissen, dass Abwertung auch unweigerlich Gewalt bedeutet und letztendlich zu körperlicher Gewalt und Misshandlung führt. Schwule Männer, egal wie männlich sie sind (oder sein wollen), bleiben dennoch Arschficker – und wie das zwischen zwei Männern „heterolike“ sein soll, wäre eine Überraschung. Und auch da wertet es den Partner ab, der dem „Aktiven“ gestattet, seinen Schwanz reinzustecken und ihm ein geiles Erlebnis bereitet. Irgendwie verschwimmen die die Grenzen zwischen „aktiv“ und „passiv“ doch in der Praxis sehr, je nach Situation. Nicht umsonst sind „aggressive Bottoms“ besonders beliebt bei den Tops – und ein „aggressive Bottom“ ist alles andere als passiv.

Die Vermutung liegt nahe, dass in diesem Aufplustern, Muskeln zeigen und „hetero spielen“ eher ein Minderwertigkeitsgefühl schwuler Männer begründet ist, weil die heteronormartive Gesellschaft nunmal starke Männer will und keine verweichlichten, arschfickenden Schwuchteln.

Diskriminierung, Abwertung und Ausgrenzung nagen am Selbstwertgefühl. Und ein junger Mann, der feststellt, dass er anders ist als die Eltern von ihm erwarten, macht so schon in der Pubertät eine dramatische Erfahrung des Scheiterns. Oft tritt ein Teil des Umfelds dann auch noch nach, oder erschwert das äußere Coming-Out mit homophoben Sprüchen, wie wir sie alle noch vom Schulhof kennen.

Dass Homophobie schädlich ist, wissen wir, aber wieso jetzt auch „straightacting“?! Weil „strightacting“ letztlich nichts anderes ist, wie das Versteck- oder Rollenspiel vor dem Coming-Out. Emanzipation geht anders! Es sind also sozusagen „verinnerlichte Schuldgefühle“ aufgrund der eigenen Sexualität. Diese „internalisierte Homonegativität“, die der Psychologe Prof. Dr. Udo Rauchfleisch den „Feind von innen“ nannte, „entsteht aufgrund negativer Ansichten über gleichgeschlechtliche Orientierungen und Lebensweisen, wobei von der „Heteronormativität“ ausgegangen wird: Heterosexualität ist die Norm, alles davon Abweichende ist „schlecht“, „krank“, „sündig“.“

Also ist „der innere Feind“ eine Gefahr für die psychische und damit natürlich auch für die Körperliche Gesundheit. Menschen mit unbehandelten Depressionen und Minderwertigkeitsgefühlen sind von autoaggressivem Verhalten besonders bedroht. Und auch hier sind gerade junge Menschen besonders verletzlich: 80% der Selbstverletzungen finden bei Menschen unter 20 Jahren statt und über 24 Jahren praktisch nicht mehr. Es ist also ein Phänomen der jungen Generation.

„Studien haben erwiesen, dass sich die internalisierte Homophobie massiv und sehr vielfältig auf unsere Gesundheit beziehungsweise unser Gesundheitsverhalten auswirken kann. Dazu gehört, dass etwa das Informationssuchverhalten beeinträchtigt wird, Betroffene sich also weniger Hilfe bei Fragen rund um Safer Sex oder andere Themen suchen, die mit ihrer als „schlecht empfundenen Sexualität zu tun haben. Auch das Testverhalten ist davon konkret beeinträchtigt“, sagt Dr. Dirk Sander, Fachreferent für Schwule und andere Männer, die Sex mit Männern haben.

Damit ist klar, wer sich für seinen Sex schämt, wird damit nicht offen umgehen, Probleme ignorieren und mögliche Infektionen verschweigen. Wegschweigen kann man das Problem einer (unerkannten) HIV-Infektion allerdings nicht, damit macht man es nur noch größer. Denn die meisten Infektionen geschehen in Kontexten, wo sie noch nicht bekannt ist. Wahrscheinlich finden sehr viele sogar in der ersten Zeit der Infektion, die durch eine besonders hohe Viruslast (und damit auch Infektiosität) gekennzeichnet ist.

Deshalb ist eine diskriminierungsfreie Umgebung für eine erfolgreiche Prävention unerlässlich. „Gesellschaften, die sich erfolgreich mit Homophobie auseinandersetzen, haben größere Präventionserfolge.“ (Dr. Dirk Sander) Das Gegenteil davon erleben wir gerade in Russland. Dort infizieren sich jeden Tag 200 Menschen mit HIV, im Vergleich von 2013 zu 2014 stiegen die Neuinfektionen um zehn Prozent an, 40% durch heterosexuelle Kontakte.

Deshalb ist „straightacting“ nicht nur das Gegenteil einer wertschätzenden Selbstbeschreibung, sondern auch gefährlich aus Sicht der Prävention.

 

Den Artikel im Original könnt Ihr auf hier nachlesen.